Die Corona-Krise zeigt, dass Landwirtschaft ein „systemrelevanter“ Beruf ist. Die Versorgung mit Lebensmitteln aus dem eigenen Land bringt Sicherheit. Trotz dieser hohen Leistung, die Landwirte für die Gesellschaft bringen, darf nicht vergessen werden, dass die Bäuerinnen und Bauern seit Jahren massiv unter Druck stehen. Zu dieser Situation nimmt der Agrarsoziale Arbeitskreis (ASA) der Evangelischen Landjugend nun Stellung.

Die Zahl der Bauernhöfe sinkt ständig. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurden zwischen 2001 und 2018 36% der Rinder- und 81% der Schweinehaltungen aufgegeben. Gleichzeitig steigt die Zahl der Tiere pro Betrieb. Denn die Erzeugerpreise sind seit 30 Jahren gleichgeblieben, während die Kosten stiegen. Diese Entwicklung versuchen Landwirte zu kompensieren, indem mehr produziert wird.

Der Großteil der Verbraucher begegnet dem Wachsen der Betriebe mit Skepsis. Die Wünsche von Verbrauchern zeigen sich jedoch nicht im Kaufverhalten. Landwirte erzeugen nach den Anforderungen des Marktes und sehen sich mit der Kritik von Verbrauchern konfrontiert. Immer neue gesetzliche Auflagen gefährden die Planungssicherheit auf den Betrieben. Dabei sind Investitionen im Agrarbereich auf Langfristigkeit ausgelegt und benötigen erlässliche Rahmenbedingungen.

Es stellt sich die Frage ist, ob junge Leute unter diesen Bedingungen überhaupt noch bereit sind, einen Hof zu übernehmen.

Der Agrarsoziale Arbeitskreises (ASA) der Evangelischen Landjugend appelliert deshalb an alle Bäuerinnen und Bauern, sich gesellschaftlich und politisch zu beteiligen. Die Aktionen und Demos von „Land schafft Verbindung“ (LsV) zeigen, dass sich Engagement lohnt und Gehör findet. Es ist wichtig, dass Bäuerinnen und Bauern Zusammenhalt zeigen.

Es gibt viele Möglichkeiten: So engagiert sich der Agrarsoziale Arbeitskreises in der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauernverband (BBV), wo agrarpolitische Themen angepackt werden. Mit der Aktion „Schüler auf dem Bauernhof“ möchte der ASA ein realistisches Bild von Landwirtschaft aufzeigen. Das Projekt der Landfrauen des BBV zur Gestaltung des Schulfaches „Alltagskompetenzen“ bietet ebenfalls gute Möglichkeiten der gesellschaftlichen Beteiligung.