Seit einem Jahr lebt Ronja Spießl vegan. Sie verzichtet auf Fleisch, Milchprodukte oder Gummibärchen mit Gelatine. Auch Kleidung und Kosmetik mit tierischen Produkten sind tabu. Über ihre Motivation und Stolperfallen im täglichen Leben referierte Ronja im Seminar „Frauen in der Landwirtschaft“ des Agrarsozialen Arbeitskreises (ASA) der ELJ im EBZ Pappenheim.
Es waren ökologische Gründe wie der Klimawandel, aber auch Sorge um das Wohl der Tiere, die Ronja zu diesem Schritt bewogen. Damit ist die Mitarbeiterin im Freiwilligen Ökologischen Jahr nicht allein. In Deutschland gibt es 1,3 Millionen Veganer, Tendenz steigend. Meistens sind es junge Frauen aus städtischem Umfeld mit höherem Bildungsniveau.
Veganes Leben erfordert viel Selbstdisziplin, denn die Verlockung eines leckeren Käses im Kühlschrank bleibt bestehen. Hinsichtlich möglicher Mangelerscheinungen, beispielsweise an Vitamin B12 macht sich die Referentin jedoch keine Sorgen. Eine ausgewogene Ernährung bzw. Nahrungsergänzer zwischendurch sorgen für Mineralstoffe und Vitamine.
Eine Kritik am Tierwohl wollten die Teilnehmerinnen des Frauenseminares – darunter eine ganze Reihe aktiver Bäuerinnen – so nicht stehen lassen. Tierwohl werde in bayerischen Ställen praktiziert. Hinsichtlich des Klimawandels seien kurze Transportwege einer regional orientierten Landwirtschaft der bessere Weg.
Trotz dieser Einwände erhielt Ronja viel Respekt und Verständnis für ihren „eigenen Weg“. Letztlich brachte die Gesprächsrunde neue Erkenntnisse für Referentin und Teilnehmerinnen. In gutem Sinne nach dem Motto: „Lasst uns nicht übereinander reden, sondern miteinander“.