Die Evangelische Landjugend trauert um Tanja Rupprecht. Die Jugendbildungsreferentin für den Bezirk Unterfranken starb im Alter von 42 Jahren nach schwerer Krankheit. Fast 20 Jahre begleitete sie das Engagement junger Menschen zwischen Steigerwald, Hassbergen und Mainschleife. Auch Projekte auf Landes- und Bundesebene trugen ihre Handschrift.

„Auf Augenhöhe, aber professionell. Mit Herzblut, aber auch mit kühlem Kopf“, so hatte Tanja Rupprecht ihr pädagogisches Selbstverständnis in einem Text einmal beschrieben. Die gern beschworene Nähe zu den Menschen war ihr Wesensmerkmal. Grundlage pädagogischer Wirksamkeit ist die persönliche Beziehung. Diese Erkenntnis war für Tanja Rupprecht Grundlage aller Jugendarbeit. Ein Kuchen, Kaffee, ein Glas Wein oder Zutaten für ein gemeinsam zubereitetes Essen wurden so zu didaktischen Ausgangspunkt wirksamer Bildungsarbeit.

Von 1999 bis 2002 arbeitete Tanja Rupprecht im Projekt „Präventive Jugendarbeit“ in Hofheim. Danach übernahm sie die Stelle der Jugendbildungsreferentin für Unterfranken sowie die Leitung des ELJ Jugendübernachtungshauses Wiesenbronn. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen leitete die ausgebildete Erzieherin die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen der ELJ-Zentrale in Pappenheim. Für die Bundesorganisation „Evangelische Jugend in ländlichen Räumen“ verantwortete sie über mehrere Jahre die Präsenz auf der Internationen Grünen Woche in Berlin als Partizipations- und Bildungsprojekt.

Den Auftrag der ELJ-Satzung, die Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten auf der Grundlage des Evangeliums Jesu Christi zu begleiten, verwirklichte sie dabei mit Leidenschaft und Kreativität. Sie motivierte junge Menschen Verantwortung zu übernehmen und befähigte sie nicht zuletzt durch ihr eigenes Vorbild. Ihrer Erkrankung stellte sich Tanja Rupprecht bis zuletzt mit Ausdauer, Hoffnung und Leidenschaft entgegen.

So behalten wir sie in Erinnerung: mutig, klug, liebevoll für ihre Ziele kämpfend. Wir trauern um eine Kollegin, die wir gerngehabt haben, um eine Referentin, die uns wegweisend war: In ihrer Haltung, in ihrer Zuversicht, in ihrer Professionalität. Wir sind verbunden mit allen Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Wir beten um Kraft, die der Glaube an die Auferstehung uns gibt.  Tanja Rupprecht wird am 21. November 2018 um 15 Uhr im Friedwald auf dem Schwanberg bestattet. Im Gegensatz zu Trauerkleidung empfehlen die Angehörigen festes Schuhwerk.

INFORMATION

In der Referentenkonferenz am 7. Juni 2018 hatte Tanja Rupprecht eine Andacht zum Thema „Glück“ gehalten. Der ganze Text kann hier heruntergeladen werden. Mit ihrem Schlussgebet möchten wir sie noch einmal zu Wort kommen lassen:

Danke

Danke für die Blumen in meinem Garten sie erfreuen mich mit ihrer Blüte und ihrem Duft

Danke für die Freunde die ich habe sie schenken mir Vertrauen geben mir Kraft und Zuversicht

Danke für die Liebe die ich in mir habe sie wächst und kommt zu mir zurück wenn ich sie verschenke

Danke für die Bank unter einem Baum dort finde ich die Ruhe die ich brauche und kann Kraft für den Alltag tanken

Danke für die Nachbarn die mir die Hand reichen gerade, wenn es schwierig wird sind sie für mich da

Danke für das Verständnis das du mir gibst deine Toleranz, deine Vergebung ich bin ein Mensch und mache Fehler

Danke DU begleitest mich auf meinem Weg gibst mir dann Hoffnung wenn ich aufgeben will

Danke für die schönen Dinge in meinem Leben und für die Schwierigkeiten daran kann ich wachsen

Danke dafür, daß ich so viele Gründe zur Dankbarkeit habe ich fühle mich reich beschenkt .

Amen

Wiesenbronn, 04.06.18 Tanja Rupprecht (ELJ-Referentin)