Sehr geehrter Herr Dr. Söder,

sehr geehrter Herr Glück,

wir begrüßen sehr, dass Sie sich für eine gemeinsame Lösung zum Thema Artenschutz einsetzen und durch einen Runden Tisch mit allen Beteiligten für Dialog sorgen. Mit großem Staunen haben wir festgestellt, dass der jüngste Teilnehmende an dem von Ihnen initiierten Runden Tisch zum Arten- und Naturschutz unserer Recherche nach 38 Jahre alt ist. Das Alter ist natürlich nur eine Zahl – jedoch bedauern wir es sehr, dass unter den Teilnehmenden kein Jugendvertreter ist. Die Landjugendverbände in Bayern sind hier kompetente Ansprechpartner und wir stehen für einen solchen Dialog jederzeit gerne zur Verfügung.

Wenn wir die Ziele des Volksbegehrens betrachten, werden hier die Weichen für die Zukunft der Landwirtschaft gestellt, die doch vor allem durch die aktive Beteiligung von jungen Landwirtinnen und Landwirte gestaltet werden sollte. Diese zukünftigen Generationen haben es in der Hand, ob und wie die Höfe weitergeführt werden und damit auch, wie die wertvolle und schützenswerte Kulturlandschaft in Bayern bewirtschaftet werden wird. Warum haben also diese zukünftigen Generationen an Ihrem Runden Tisch keinen Platz verdient und finden somit kein Gehör?

Der Agrarsoziale Arbeitskreis der Evangelische Landjugend setzt sich seit seiner Gründung für eine aktive Verständigung von Gesellschaft und Landwirtschaft ein. Wir bringen landwirtschaftliche Themen in die Jugendarbeit vor Ort ein und motivieren Jugendliche somit sich mit Themen wie Landwirtschaft, Agrarpolitik und Umweltschutz zu beschäftigen. Weiterhin spielt Nachhaltigkeit für uns eine große Rolle, im Rahmen unseres aktuellen Jahresthemas “Gut essen – fair leben?“ diskutieren Jugendliche beispielsweise die Auswirkungen ihres Konsums auf Produzenten und Gesellschaft. Bereits während der Eintragungsfrist für das Volksbegehren haben wir uns an der Meinungsbildung beteiligt und veröffentlichten eine Stellungnahme dazu, in der wir auch für einen Dialog und einen gemeinsamen Weg für Bienen und bayerische Bauernhöfe geworben haben (www.elj.de/bienen-retten-bauernhoefe-erhalten).

Aus all den genannten Gründen finden wir es wichtig, dass Jugendvertreter an einem solchen Gremium teilnehmen. Wir bitten Sie für zukünftige Diskussionen auch die Auffassung der Landjugendverbände mit in die dort getroffenen gravierenden Entscheidungen einzubeziehen, die die Landwirtschaft in den nächsten Jahren prägen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Funke, ASA-Landesvorsitzender, für den Agrarsozialen Arbeitskreis der Evangelischen Landjugend