Wenn ganze Dörfer zum Biergarten werden
Zehn Jugendgruppen aus zehn Dörfern im Donau-Ries hatten ein gemeinsames Ziel: Mit der Aktion „Naus in d’Welt – nei ins Ries“ zeigten sie, was jugendliches Engagement auf dem Land bewirken kann. Für einen Tag verwandelten sie Dorfplätze, Gemeindesäle und Vereinsheime in Pop-up-Biergärten. An der Aktion von Evangelischer Landjugend im Kreisverband Nördlingen und dem Bund der Katholischen Jugend im Donau-Ries haben ganz unterschiedliche Jugendgruppen mitgewirkt: Von Buden, Landjugenden, den Festdamen der Feuerwehr bis zur Offenen Behindertenarbeit. Rund 100 Jugendliche standen hinter der Theke, kochten, bauten auf und bewirteten insgesamt bis zu 1.000 Gäste.
Das Organisationsteam radelte alle Biergärten an einem Tag ab. „Wir wollten nicht nur den Gruppen für ihr Engagement danken, sondern auch mitkriegen, wie die Aktion läuft“, erklärt Friedel Röttger, Bezirksreferent der Evangelischen Landjugend in Schwaben. Die Vorarbeit habe sich gelohnt und das schöne Wetter half an dem Tag auch dazu: Die Biergärten waren voll und sehr viele Leute waren mit dem Fahrrad unterwegs. Es gab eine Stickeraktion für die Radler und die Region war in Bewegung.
„Die Stimmung war gut. Essen hält Leib und Seele zusammen“, sagt Röttger, der zusammen mit dem Team der Jugendverbände die Ehrenamtlichen bei der Umsetzung der Aktion unterstützte. Überall wurde deutlich: Es ging nicht nur um Bratwürste und Brezen, sondern um Gemeinschaft. Jugendliche lernten, Verantwortung zu übernehmen, Bürgermeister und Eltern halfen mit, Nachbardörfer kamen ins Gespräch. Ein Wirt schloss sogar seinen eigenen Biergarten, um auf die Jugendaktion hinzuweisen – ein starkes Zeichen des Miteinanders.
Hinter der Aktion steckt mehr als nur ein Fest. „Die Pop-up-Biergärten zeigen, wie lebendig Jugendarbeit auf dem Land ist. Sie machen sichtbar, was junge Menschen mit Mut, Kreativität und Teamgeist alles schaffen“, erläutert Röttger. Mit Blick in die Zukunft zeigt er sich zuversichtlich: „Die Aktion gibt es seit mehr als vier Jahren, mittlerweile ist sie mehr als ein Experiment. Sie ist ein Stück gelebte Demokratie und ein Beweis dafür, dass unsere Dörfer mit Kooperation über eine Ressource mit viel Potential verfügen.“ In der Jahresplanung 2026 ist die Aktion wieder vorgesehen.
Patrick Wolf
Referent für Kommunikation
Evangelische Jugend in Bayern
Bildnachweis: Evang. Landjugend Nördlingen
