„Jedes Ministerium hat es sich zur Aufgabe zu machen, in Jugend ‚reinzuhören“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Fachgespräch „ECHT?! – Junges Engagement auf dem Land“. Jugendvertreter_innen und Fachleute waren am digitalen  Tisch der Evangelischen Jugend in ländlichen Räumen (ejl) zusammengekommen, um zu beraten, wie Jugendbeteiligung besser gelingt.

20 Minuten Zusammenfassung der Diskussion:

 

Produktion: Max Herrmann im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Evang. Jugend in Deutschland e. V.

„Infrastruktur und Daseinsvorsorge sind nicht unwichtig“, erklärte Maria Stöckl (KLJB), „aber sie sind nur ein Faktor lebenswerter Orte für junge Menschen.“ In der Studie „Stadt. Land. Wo?“ hatte der Jugendverband junge Menschen in verschiedenen ländlichen Räumen nach ihrer Zufriedenheit mit ihrem Lebensumfeld gefragt. Das größte Problem dabei: Die Beteiligung. „Man könnte hier etwas verändern, wenn die jungen Menschen mehr gefragt würden“ – diesem Satz hatten mehr als drei Viertel der befragten Jugendlichen zugestimmt.

Als gelungenes Beispiel der Jugendbeteiligung bezeichnete Michaela Kaniber, Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Arbeit der Junglandwirtekommission. „Wir haben nicht nur in der Kommission mit 37 jungen Landwirten gearbeitet, sondern Ideenwerkstätten mit 150 Personen gemacht“. Sie versprach, „da, wo es geht“, die Ergebnisse mit aller Kraft umzusetzen.

Wie notwendig es ist, junge Menschen als eigene Zielgruppe zu begreifen, erklärte Ute Clausner von der Berliner Akademie für Ehrenamtlichkeit. „Versetzt euch in die Lage von jungen Engagierten. Einfach nur zu sagen, ‚engagiert euch‘ reicht nicht“. Vielmehr sei es notwendig, Lernräume für junges Engagement zu schaffen, in denen auch Fehler gemacht werden dürften. Weil gerade junge Menschen andere Erwartungen an ihr Engagement hätten, hielt ELJ-Landesvorsitzende Sabine Groß einen Perspektivwechsel für notwendig. „Es ist wichtig, dass junge Leute ein konkretes Projekt haben, für das sie brennen und sich engagieren können.“