Kirche und Landwirtschaft stehen vor großen Herausforderungen. Den Blick nach vorne richteten Erzabt Wolfgang Öxler, der ehemalige Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes Hans Müller und Stefan Funke, Landesvorsitzender des Agrarsozialen Arbeitskreises der ELJ. Zum Dialog eingeladen hatten Gunther Strobl und Angela Kraus vom Haus der bayerischen Landwirtschaft im Rahmen der Reihe „Herrsching im Gespräch“.

Benediktinermönch Öxler benannte die Glaubwürdigkeitskrise der Kirche und fragte: „Die Kirche ist in der Mitte der Dörfer – aber ist sie auch in der Mitte der Herzen?“. Vergleichbare Beobachtungen machte Hans Müller, selbst engagierter Katholik: Festzustellen sei ein gravierendes Nachlassen des Engagements. In der Landwirtschaft macht eine hohe wirtschaftliche Belastung den Bauernfamilien zu schaffen. Stefan Funke bezeichnete den wirtschaftlichen und öffentlichen Druck als „Wahnsinn, unter dem die Seele, Mensch und Ehrenamt leiden“.

Für Funke steht die Landwirtschaft zusätzlich durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen. Hier könne sie, zum Beispiel durch die Fixierung von Treibhausgasen, zu einem Teil der Lösung werden. Grundsätzlich, darin waren sich Öxler und Müller einig, müssen Kirche und Landwirtschaft von unten, also von der Basis aus geprägt werden. Nur so sei eine Erneuerung möglich – und Leben bedeute schließlich Erneuerung, wie Öxler ausführte. Bei all den anstehenden Herausforderungen sollte jedoch nicht zuvorderst der Druck, sondern auch die Chancen der Veränderung in den Blick genommen werden, so Gunther Strobl.