Der Landesvorstand der Evangelischen Landjugend unterstützt den Beschluss der Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in Bayern.

Die Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in Bayern hat am Wochenende Stellung zu der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bezogen. Sie fordert, außerschulische Jugendbildung muss trotz pandemiebedingter Einschränkungen niedrigschwellig bleiben und weiter für alle Kinder und Jugendlichen zugänglich sein. Die 2G-Regelung schließt einen großen Teil der Jugendlichen von den Angeboten der Jugendarbeit aus.

Keine 2G-Regel in der Jugendarbeit

2G-Regelung schließt einen großen Teil der Jugendlichen von den Angeboten der Jugendarbeit aus.

Durch die flächendeckende 2G Verordnung wird einem großen Teil der Jugendlichen ein einfacher
Zugang zu Angeboten evangelischer Jugendarbeit verwehrt. […]

Die neuen Regelungen führen damit zu einem de facto Lockdown für 12-17-Jährige. Wenn man bedenkt,
dass sich dieselben Jugendlichen privat in einem Restaurant treffen oder im Hotel übernachten können,
nicht aber beispielsweise eine Jugendgruppe oder einen Jugendtreff besuchen dürfen, ist das völlig
unverständlich und nicht mehr vermittelbar. […]

  • Trotz gebotener pandemiebedingter Einschränkungen muss außerschulische Jugendbildung
    niedrigschwellig bleiben und weiter für alle Kinder und Jugendlichen zugänglich sein.
  • Der Impfstatus junger Menschen unter 18 Jahren darf auf keinen Fall ausschlaggebend für eine
    gesellschaftliche Teilhabe sein.
  • Verlässliche Anerkennung der Teststrategie an Schulen und damit die dauerhafte Möglichkeit der
    Teilnahme an Angeboten der außerschulischen Bildung.
  • Verlässliche Perspektiven für außerschulische Jugendbildung über den Jahreswechsel hinaus.

Keine 2G-Regel in der Jugendarbeit – Evangelische Jugend in Bayern (ejb.de)

 


Der Beschluss im vollen Wortlaut:

Lockdown 12- bis 17jährige

Die Vollversammlung der Landesjugendkammer beschließt:

Junge Menschen haben sich seit Beginn der Pandemie äußerst solidarisch gezeigt und die ihnen
auferlegten Kontaktbeschränkungen zu jeder Zeit mitgetragen. Das hat nicht nur gravierende Folgen für
die psychische Gesundheit junger Menschen, sondern beeinträchtigt massiv das Aufwachsen einer ganzen
Generation. Darauf hat der Landesjugendkonvent der Evangelischen Jugend in Bayern bereits im Juni
2021 aufmerksam gemacht.
Zuletzt war es möglich, unter der 3G Regelung verantwortlich Jugendarbeit und damit außerschulische
Bildungsarbeit stattfinden zu lassen. Durch die Anerkennung der regelmäßigen Testung in den Schulen,
wurde die Teilhabe aller jungen Menschen an Angeboten der außerschulischen Bildungsarbeit ermöglicht.
Der Zulauf zu den Angeboten evangelischer Jugendarbeit hat in den vergangenen Wochen gezeigt, wie
wichtig außerschulische Begegnungsorte für Kinder und Jugendliche sind. So hatten sie die Möglichkeit,
sich in ihrer Peergroup sowohl in Präsenz zu treffen als auch durch fachlich begleitete Angebote ihre
Ängste und Sorgen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, aufzuarbeiten.
Umso weniger können wir die Regelungen der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung
nachvollziehen.
Diese führen wieder einmal dazu, dass Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nicht nur vom
gesellschaftlichen Leben, sondern auch von Angeboten außerschulischer (Jugend-)Bildung ausgeschlossen
sind. Durch die flächendeckende 2G Verordnung wird einem großen Teil der Jugendlichen ein einfacher
Zugang zu Angeboten evangelischer Jugendarbeit verwehrt.
Die neuen Regelungen führen damit zu einem de facto Lockdown für 12-17-Jährige. Wenn man bedenkt,
dass sich dieselben Jugendlichen privat in einem Restaurant treffen oder im Hotel übernachten können,
nicht aber beispielsweise eine Jugendgruppe oder einen Jugendtreff besuchen dürfen, ist das völlig
unverständlich und nicht mehr vermittelbar.
Obwohl die Impfung für 12-17-Jährige von der ständigen Impfkommission empfohlen wird und die
Entscheidung zur Impfung nicht alleine von der Zustimmung der Eltern abhängt, kann genau diese
Diskussion zu Konflikten in den Familien führen.
Eine Entscheidung gegen die Überzeugung der eigenen Eltern ist für junge Menschen nicht nur
unzumutbar, sondern kann zu unüberwindbaren Gräben und Konflikten zwischen Kindern und Eltern
führen. Das engt den Entscheidungsspielraum für Jugendliche drastisch ein. Daher kann die empfohlene
und theoretische Möglichkeit für 12-17-Jährige sich impfen zu lassen keine Rechtfertigung für eine 2G
Regelung im Bereich der außerschulischen Bildung sein.
Evangelische Jugendarbeit als außerschulisches Bildungsangebot setzt einen niedrigschwelligen Zugang
zu den Angeboten, Räumen und Einrichtungen voraus. Das gilt in dieser Altersgruppe insbesondere für die
Konfirmand_innenarbeit.
Es ist zwar sehr erfreulich, dass Konfirmand_innenarbeit bis zum Jahresende 2021 unter den zuletzt
geltenden Regelungen stattfinden kann, jedoch brauchen alle Formen außerschulischer Bildungsarbeit
verlässliche Perspektiven.

Deshalb fordern wir:

  • Trotz gebotener pandemiebedingter Einschränkungen muss außerschulische Jugendbildung
    niedrigschwellig bleiben und weiter für alle Kinder und Jugendlichen zugänglich sein. 
  • Der Impfstatus junger Menschen unter 18 Jahren darf auf keinen Fall ausschlaggebend für eine
    gesellschaftliche Teilhabe sein.
  • Verlässliche Anerkennung der Teststrategie an Schulen und damit die dauerhafte Möglichkeit der
    Teilnahme an Angeboten der außerschulischen Bildung.
  • Verlässliche Perspektiven für außerschulische Jugendbildung über den Jahreswechsel hinaus.

Einstimmig beschlossen am 4. Dezember 2021

LJKa-VV/21-IV
3. – 4. Dezember 2021
in Pappenheim