Mit einer DenkWerkstattBild und einem überdimensionalen Müsliautomaten thematisiert die ELJ-Bundesorganisation Evangelische Jugend in ländlichen Räumen (ejl) auf der Internationalen Grünen Woche die Perspektiven ländlicher Entwicklung. Politiker und Fachbesucher loben das Konzept, das auch bei Stadtmenschen gut ankam.

Als Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen die Glasflasche mit den Körnern hochhielt, wirkte sie leicht betrübt. Die Menge der Körner war deutlich über dem Messtrich, der einen ökologisch korrekten Fußabdruck anzeigt. Zehn Fragen zu ihrem Lebensstil musste die Politikerin beantworten, zehnmal die Müslimaschine bedienen, zehnmal rieselten Getreidekörner in die Glasflasche, je mehr desto weniger nachhaltig war die Antwort ausgefallen. „Es ist toll, wie ihr auf einfache Weise die Problematik veranschaulicht und zur Reflexion anregt“, fand CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zwei Stunden später. Auch seine Körnermenge lag deutlich oberhalb des Eichstrichs.


Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen am Stand der
Evangelischen Jugend in ländlichen Räumen (ejl) auf der Internationalen Grünen Woche

„Bildungskonzepte für das Land müssen handlungsorientiert sein“, erklärt ELJ-Landessekretär Manfred Walter. Dass sich Lebensbedingungen auf dem Land veränderten, treffe besonders die jungen Leute. Um darüber zu informieren, und Lösungswege zu suchen, engagieren sich über 20 Jugendliche, aber auch Fachkräfte der ländlichen Jugendarbeit auf der Internationalen Grünen Woche. In der Messehalle des Bundeslandwirtschaftsministeriums und bei Fachveranstaltungen diskutieren sie mit Fachleuten, Besuchern und Politikern.

Wie vielfältig das Engagement der Landjuged in der Praxis ist, wird in der DenkWerkstattBild deutlich. Hunderte unterschiedliche Fotos laden ein, das eigene Bild vom ländlichen Raum zu reflektieren. „Wir wollen Menschen anregen, das Leben in ländlichen Räumen lebenswert zu halten“, erklärt Dr. Karsten Schulz, Referent für ländliche Räume der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej). Er hat das Konzept entwickelt. Gerade weil der ländliche Raum voller Veränderungen sei, brauche es Jugendarbeit, die auf dem Hintergrund des Evangeliums junge Menschen dazu befähige, die eigene Rolle in der Welt zu finden.