Landesversammlung thematisiert Bildung in der Jugendarbeit und wählt neuen Landesvorstand

Unter dem Motto „Die besten Gespräche entstehen an der Bar – Mikrobildungsprozesse gestalten“ beschäftigten sich die Delegierten der 115. Landesversammlung der Evangelischen Landjugend (ELJ) im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum (EBZ) Pappenheim mit dem Lernort Jugendarbeit.

„Wir lernen leichter mit Emotionen, deshalb ist Jugendverbandsarbeit ein hervorragender Lernort“, mit dieser These begrüßte ELJ-Landessekretär Manfred Walter die Delegierten der 115. Landesversammlung. Es falle uns leichter, Inhalte zu behalten, wenn diese mit emotionalen Erlebnissen verknüpft sind. „Ganz unbewusst werden so neue Verhaltensweisen übernommen und Mirkobildungsprozesse entstehen. Genau deshalb sind Gemeinschaftserfahrungen in der Jugendarbeit wichtig und wertvoll“, so Walter weiter. Die Jugendlichen waren an dieser Landesversammlung eingeladen, dieser These nachzugehen und ihre Landjugendarbeit zu reflektieren.

Mikrobildungsprozesse gestalten

Begonnen wurde dazu an einem typischen Lernort der Jugendarbeit, an der Bar. Die Bar ist nicht nur bei jeder ELJ-Landesversammlung zentrales Element, auch bei unterschiedlichen Dorffesten und ELJ-Veranstaltungen kommen Jugendlichen an der Bar zusammen. An der Bar entsteht Gemeinschaft und Begegnung.

Die Landesversammlungsbar wurde dieses Jahr vom Kreisverband Rothenburg betrieben. Dabei war es für die Landjugendlichen aus Rothenburg nicht nur Aufgabe sich unter Gewährleistung des Jugendschutzes um den Ausschank zu kümmern. Ebenso gestalteten sie ein buntes Abendprogramm mit verschiedenen Spielen zum Kennenlernen und sorgten für einen unterhaltsamen Abend.

Die Barerlebnisse und Lernerfahrungen wurden am nächsten Tag bewusst aufgegriffen und thematisiert. Für den geschäftlichen Teil der Landesversammlung wurde die Bar zum Vorstandstisch des ELJ-Landesvorstandes umfunktioniert. Von dort aus leitete der Vorstand die demokratischen Prozesse des Gremiums, legte Rechenschaft ab und führte Neuwahlen durch.

Bezirksreferent Robert Zwingel erarbeitete in einem Planspiel mit der Versammlung, welche Mikrobildungsprozesse im geschäftlichen Teil stattfinden. Die Delegierten fanden sich in einer Gerichtsverhandlung wieder und mussten über die Anklage „Abschaffung des geschäftlichen Teils der Landesversammlung“ urteilen. Dabei wurde von der Versammlung schnell die Bedeutung dieses Instruments erkannt.

Neuer ELJ-Landesvorstand gewählt

Die Neuwahl des ELJ-Landesvorstands war Höhepunkt des geschäftlichen Teils und ist demokratisches Kernstück des Jugendverbands. Der Vorstand besteht mit Ende der Versammlung aus folgenden Personen: Sabine Groß (1. Landesvorsitzende), Michael Mößler (1. Landesvorsitzender), Sara Endres (Bezirksvertreterin Unterfranken), Michael Dendorfer (Bezirksvertreter Oberfranken-Oberpfalz), Angelina Luger (Beisitzerin). Ergänzt wird der Landesvorstand von hauptberuflicher Seite durch Gerhard Schleier (Landjugendpfarrer) und Manfred Walter (Landessekretär).

Gemeinschaft leben und teilen

Die Studie der ELJ „WIR Landjugend – wie macht ihr das bloß?“ hat ergeben, dass für Landjugendliche Gemeinschaft und das gemeinsame Anpacken wichtiger Garant für die Jugendverbandsarbeit sind. Sei es beim Sammeln von Altkleidern, dem Organisieren von Festen in vielen Dörfern Bayerns oder beim Tanz um den Maibaum, stets ist das Motto der Evangelischen Landjugend „Miteinander Mehr Machen“ präsent. Dieser Gemeinschaftsaspekt wurde im inhaltlichen Teil der Landesversammlung aufgegriffen. Unter professioneller Anleitung von Jonas Buckel, Beisitzer des Landesvorstands, wurde beim Workshop „Mikrobildungsprozess Volkstanz“ Gemeinschaft und Zusammenhalt der Gruppe spürbar.

Für eine gelingende Gemeinschaft ist Teilen unentbehrlich. Durch Teilen wird vieles besser, Teilen bereichert und verbindet. Deshalb ging es im Gottesdienst am Samstagabend um das Teilen. Nach ihren individuellen Bedürfnissen hatten die Jugendlichen zu den Angeboten TEILnehmen, TEILgeben, TEILweise, TEILhaben und TEILzeit Möglichkeit ihrem Glauben Ausdruck zu verleihen und Zeit ihre Erlebnisse mit Gott und untereinander zu teilen.