Die Konservierung und Nutzung von traditionellem Saatgut ist wichtig für Bauern in Entwicklungsländern. Auch bei der Partnerorganisation CAPA in Brasilien werden entsprechende Pflanzen angebaut. Auf diese Weise machen sich kleinbäuerliche Betriebe unabhängig vom Hybridsaatgut der Konzerne. Denn dieses müsste zu jeder Aussaat zugekauft werden und verursacht so Kosten und Abhängigkeiten.

Dieser Philosophie haben sich auch Andrea und Werner Illini angenommen. In ihrer casa tomata in Wassermungenau haben sie inzwischen über 1000 verschiedene Tomatensorten aus den verschiedensten Ländern gesammelt. Was Andrea Illini selbstironisch als ihre „Sucht“ bezeichnet, erfordert viel gärtnerisches Geschick, eine Vernetzung mit anderen Experten sowie Fleiß und Gespür für die Bedürfnisse der Pflanzen.

Beim Besuch des Entwicklungspolitischen Arbeitskreises AME in der casa tomata wurde nicht nur Entwicklungspolitik diskutiert. Die Teilnehmenden erfuhren viel über die Geschichte und den weltweiten Markt für Tomaten – China und Indien gehören zu den Haupterzeugern. Der Anbau und die bunte Vielfalt der Tomaten konnte kennengelernt werden und wertvolle Tipps wurden vermittelt. So erziehen die Illinis mittels eines Pflanzrings die Tomaten dazu, mit den Wurzeln in die Tiefe zu gehen. Auf diese Weise muss weniger gegossen werden.

Die Exkursion des AME stand im Rahmen des ELJ-Jahresthemas „Gut essen – fair leben“.