Gunzenhausen: Der Kreisverband der Evangelischen Landjugend wollte es genau wissen und befragte online seine Mitglieder, welche Auswirkungen mit Covid 19 und dem Lockdown für sie verbunden sind. 237 junge Menschen ab 14 Jahre nahmen im April an der Befragung teil und gaben einen Einblick, welche Konsequenzen die Maßnahmen auf ihr persönliches Leben haben. Was klar herauskommt, junge Menschen sind genervt, haben das Gefühl in der Dauerwarteschleife zu hängen, während das Leben an ihnen vorbeizieht, sie vermissen ihre ELJ Gruppe, die Gemeinschaft, soziale Kontakte und Aktionen, trotzdem verhalten sie sich pflichtbewusst und halten die Maßnahmen zum Schutz vor Corona größtenteils ein. Die Gefühlslage können die Initiatoren gut nachvollziehen, letztlich steckt altersunabhängig die gesamte Bevölkerung in Wartestellung, sieht zum Teil mit Zweifel in die Zukunft und sehnt sich nach etwas Normalität.

 von Regina Wenning

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Die Corona-Pandemie zwingt auch den Kreisverband Gunzenhausen-Heidenheim der Evangelischen Landjugend, Kontakte auszusetzen, Aktionen einzustellen, Onlineangebote anzubieten und abzuwarten. Die Möglichkeit über eine Umfrage die Bedürfnislage der Mitglieder abzufragen, ergab sich aus der Konsequenz, dass ein baldiges Ende des Lockdowns im März nicht absehbar war. Gleichzeitig fragte sich das Gremium, ob es nach der Pandemie alle 14 ELJ Ortsgruppen der Regin noch geben oder ein großes ELJ Gruppensterben einsetzen würde.

ELJ vermissen? Na klar!

Wie wir alle, haben auch die ELJ`ler in den letzten Monaten neue Erfahrungen im digitalen Zusammenleben gemacht, was nicht immer als negativ zu bewerten ist. Grundgenug nachzufragen, welchen Stellenwert die ELJ Gruppe für die_den Einzelne_n noch hat und wie man unterstützend mithelfen kann, dass jede Gruppe wieder auf die Beine kommt.

Das Ergebnis überraschte und freute die Vorstandschaft gleichermaßen. 37% gaben an, dass sie ihre ELJ Gruppe, die Treffen und die Aktionen zu 100% vermissen. Eine von 132 Aussagen bringt es auf den Punkt, unsere Leute vermissen, „die Gemeinschaft und den persönlichen Kontakt, denn das kann kein Handy oder Zoom ersetzen“. Was Jugendalter ausmacht, ist seit 1 Jahr nicht mehr möglich. Den Jugendlichen fehlen die Gemeinschaft und der Zusammenhalt, ihr Raum als Rückzugsort, um abzuschalten und neu aufzutanken, ihr Mitgestalten des Dorflebens, ihre gemeinsamen Unternehmungen, ihre Gespräche miteinander, die Feiern, Spaß haben und kichern „das normale Leben“.

Obwohl junge Menschen momentan fast vollständig ausgebremst werden und ihre Bedürfnisse hintenanstellen müssen, verhalten sie sich solidarisch und verantwortungsvoll. Erfreulich war zu sehen, dass 60% unserer Landjugendlichen angaben, die Maßnahmen zum Schutz vor Corona nachvollziehen zu können und ein weitaus größerer Teil der Befragten, insgesamt 80,3% erklärten, dass sie die Maßnahmen mittragen.

Aber es gab auch Antworten, die beide Vorsitzende aufhorchen lassen und weniger positiv sind. „Die Umfrage hat gezeigt“, so Johannes Scharfenberger, „dass unsere Jugendlichen, voneinander getrennt, wartend und mit Sorge in die Zukunft blicken, denn über die Hälfte der Befragten äußerten, dass Zukunftsängste ihr Leben belasten und ein Drittel fühlt sich mit diesen Sogen allein gelassen“. „Da müssen wir nochmal nachfragen und unsere Hilfe anbieten“, ergänzte Maria Klungler.

Was es noch für den ELJ Kreisverband zu tun gibt, steht auch schon fest. In der letzten Frage konnte man erneut die Freitextfeldfunktion nutzen. 64 Wünsche und Ideen gilt es, nächste Woche bei der KV Onlinesitzung, ernst zu nehmen und auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Was aber jetzt schon zugesagt werden kann, sobald die Lockerungen es möglich machen, wird ein vielfach geäußerter Wunsch in Erfüllung gehen, „ich hoffe inständig, dass es dann ein richtig großes Fest gibt, und dann wird bis Dienstag durchgefeiert. Aber sowas von!!!“ Die Umfrageergebnisse können in Kürze unter www.elj.de abgerufen werden.