Die Digitalisierung wird große Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben. Man stelle sich einen Schlepper vor, vorne mit Kamera, hinten mit der Spritze zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Bei der Fahrt über den Acker scannt die Kamera die Pflanzen, erkennt Unkräuter und gibt diese Information an das Pflanzenschutzgerät weiter. Die setzt das Spritzmittel punktgenau ab. Es klingt wie Zukunftsmusik und kann bald Realität auf deutschen Äckern werden.

Um sich über die Chancen und Risiken der Digitalisierung zu informieren, lud der Agrarsoziale Arbeitskreis (ASA) der ELJ Herrn Anton Huber, Referent für Digitalisierung im Bayerischen Bauernverband, zu einem Online-Vortrag ein.

Große Chancen für die Landwirtschaft sieht Huber in den Bereichen Produktivität, Nachhaltigkeit und Soziales. Digitale Anwendungen können Erträge steigern, den Einsatz von Produktionsmitteln senken und den Arbeitseinsatz der Landwirtin bzw. des Landwirts reduzieren. Davon profitieren Bauern, Umwelt und Verbraucher. Kritisch ist allerdings die Frage der Datensicherheit – denn es werden Abhängigkeiten von Firmen befürchtet.

Um die eigene digitale betriebliche Entwicklung weiterzubringen, hat der Bayerische Bauernverband einen Leitfaden Landwirtschaft 4.0 vorgestellt. Er bildet die Basis für Workshops, in denen landwirtschaftliche Praktiker gemeinsam maßgeschneiderte Konzepte für ihre Betriebe entwickeln, um digital erfolgreich zu werden.