Der Klimawandel schädigt den Wald. Deshalb ist bereits heute ein umfassender Umbau des Waldes erforderlich. Um Lösungsmöglichkeiten kennen zu lernen, hat der Agrarsoziale Arbeitskreis ASA Roth-Schwabach mit Peter Tretter und Carolin Kirchner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth (AELF Roth) zwei kompetente Referenten zum Gespräch eingeladen.

„Wie kann man den Wald fit machen, um Katastrophen vorzubeugen?“ fragte die Forstreferendarin Carolin Kirchner und beschrieb die Auswirkungen des Klimawandels für die bayerischen Wälder: Durch höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und verstärkte Sonneneinstrahlung sind weit verbreitete Baumarten wie Kiefer oder Fichte in ihrem Fortbestand gefährdet. Während im Jahr 2000 nur 14 % der Waldfläche Bayerns wärmer als 8,42% C war, werden es im Jahr 2100 83 % sein. Bäume, die ein eher kalt-trockenes Klima benötigen, werden mit diesen Temperaturen nicht mehr fertig. Sichtbare Zeichen sind bereits heute rote Baumkronen und eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge als Folge von Stress.

Der Umbau des Waldes orientiert sich am Leitbild eines Mischwalds von Nadel- und Laubbäumen. Dessen Vorteile liegen laut Peter Tretter, Abteilungsleiter Forst am AELF Roth, in einer Streuung des Risikos, vielseitigeren Möglichkeiten der Holzvermarktung, einer hohen Widerstandsfähigkeit und Artenvielfalt. Wichtige Baumarten sind Buche, Eiche, Esskastanie und Douglasie, die auch bei einem Temperaturanstieg noch ihre Wohlfühltemperatur vorfinden werden. Tretter machte deutlich: „Den Superbaum gibt es nicht“ und stellte die Vor- und Nachteile der einzelnen Baumarten im Detail vor. Beispielsweise bildet Eiche eine tiefgründige Wurzel aus und verfügt über eine hohe Standfestigkeit. Dafür können von der Bepflanzung bis zur Ernte 200 Jahre vergehen. Esskastanie und Douglasie hingegen punkten mit einer sehr hohen Wuchsleistung.

Waldbau erfordert ein langfristiges Denken. Tretter spricht in diesem Zusammenhang vom „Generationenvertrag im Wald“. Diese Aufgabe wird vom Forstamt Roth seit einigen Jahren durch Waldumbauprojekte erfolgreich in die Tat umgesetzt.