Zu einem agrarpolitischen Gespräch traf sich der Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer mit dem Agrarsozialen Arbeitskreis Dinkelsbühl. Die Themenpalette erstreckte sich von Tierschutz und Tierhaltung über Klima, Energie bis hin zur Digitalisierung. Auch die landwirtschaftliche Sozialpolitik spielte eine Rolle.

Eine große Herausforderung wird laut Auernhammer die Digitalisierung in der Landwirtschaft bringen. Die Technik ermöglicht inzwischen punktgenauen Pflanzenschutz und Düngung. Sie wertet viele Daten, die Sensoren, Satelliten und Zusatzgeräte auf Maschinen, in Schleppern oder im Stall erfassen, aus und vernetzt diese miteinander. Dabei muss es für die Politik wichtig sein, dass diese auch vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Das Datensammeln habe längst begonnen. Geklärt werden muss noch, ob es eine Art „Staatscloud“ oder eine „Betriebscloud“ geben soll.

Ein großer Diskussionspunkt war diezweijährige Verlängerung der Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration. Hier seien sich die Beteiligten über den Weg, die Tierschutzvorgaben einer schmerzausschaltenden oder schmerzlindernden Behandlung umzusetzen, nicht einig. Hintergrund ist der, dass Eberfleisch einen Geruch ausbildet, den der Verbraucher nicht will. Auernhammer sprach sich dafür aus, die zwei Jahre mit den bereitgestellten Forschungsmitteln zu nutzen, um einen gangbaren Weg zu finden, der es des Bauern ermögliche, die Kastration selber durchzuführen.

Beim in der öffentlichen Diskussion oft fallenden Begriff der „Massentierhaltung“ vertritt Artur Auernhammer die Linie, dass alles, was sich an der verfügbaren Fläche orientiere und in Familienstrukturen geleistet werde, auch Zukunft habe.

Auernhammer forderte, dass die Bauern wieder kampagnenfähig werden müssen, sich also auch öffentlich für ihre Interessen einsetzen.

ASA-Kreisvorsitzender Friedrich Steinacker bedankte sich für den offenen Austausch und sicherte eine Wiederholung des Gesprächs zu.

Text und Foto: Jürgen Eisen / ASA Dinkelsbühl