Wie Gesellschaft und Landwirtschaft wieder näher zusammenkommen – diese Frage berieten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Agrarministerin Julia Klöckner mit 40 landwirtschaftlichen Verbänden. Für die ELJ waren Karsten Schulz und Manfred Walter als Vertreter der Bundesorganisation Evangelische Jugend in ländlcihen Räumen (ejl) im Kanzleramt dabei und forderten Bildung stärker in den Blick zu nehmen.

Umstritten wie selten war die Agrarpolitik in den letzten Wochen. Umweltschützer forderten Artenschutz und mehr Ökolandbau, Landwirte protestierten für Wertschätzung und Zukunftsperspektive. „Wir wollen gemeinsam mit ihnen Lösungen finden“, appellierte Angela Merkel an die Runde. Julia Klöckner brachte aus ihrem Ministerium einen Strauß an Dialogformaten mit, in denen Fachleute und Vertreter des Berufsstand Detailfragen bis zum Follow-up im Herbst klären sollen. Neben einem Runden Tisch zum Thema Landwirtschaft und Insektenschutz, einer Wertschätzungskampagne und einem Nationalen Dialogforum sollen Rechtsfragen und Finanzierungen für mehr Tierwohl geklärt werden. Den Kampf gegen unlautere Handelskampagnen will Angela Merkel zur Chefsache machen.

Die detaillierten Ergebnisse des Dialogs hat das Bundeslandwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung zusammengefasst.

Dass sich Julia Klöckner in der Konferenz der Kultusminister für ein realistischeres Bild der Landwirtschaft in den Schulbüchern einsetzen will, wird aus Sicht der ELJ als Beitrag zur Bildung nicht ausreichen. „Für viele Bildungsprozesse brauchen Sie die Kultusminister gar nicht“, sagte Manfred Walter in einem Diskussionsbeitrag gegenüber der CDU-Politikerin Gitta Connemann und verwies auf Möglichkeiten der Jugend- und Erwachsenenbildung in Jugendverbänden und Bildungszentren. Dafür seien weitere Gespräche nötig.