128. Landesversammlung
Altbekannt, heiß geliebt und voller ELJ-Vibes: Das EBZ Pappenheim wird im März wieder zur zentralen Einsatzleitung der ELJ! Diesmal allerdings mit einem Einsatzszenario der besonderen Art: „Teamwork im Ausnahmezustand – Ready for Chaos!“
Wir tauchen ein in die wilde Welt des Katastrophenschutzes – mit echtem Fachinput, überraschenden Aha-Momenten und den legendären ELJ-Games, die eure Teamfähigkeiten so richtig auf die Probe stellen.
So bekommst du wichtige Impulse für deine Jugendarbeit vor Ort.
Am Freitag sorgt der KV Roth-Hilpoltstein an der Blaulichtbar für beste Stimmung, flüssige Einsatzverpflegung und echtes Landjugendfeeling.
Am Samstagmorgen geht’s dann in den Geschäftlichen Teil – wichtig und dennoch entspann mit leckeren Brunch und gutem Gefühl im Magen. Dabei kümmern wir uns um die Themen, die unseren Verband bewegen. Es wird diskutiert, entschieden und gestaltet – eben echtes Teamwork für die Zukunft der ELJ.
Der gesamte Landesvorstand und die AG Landesversammlung freuen sich riesig auf viele Teilnehmende, viel ELJ-Liebe und ein Wochenende voller Action.
Wir machen dich krisenfest für deine ELJ-Arbeit.
Also: Schnapp deinen Lieblings-ELJ-Buddy, pack deinen Humor ein – und lass dich evakuieren!
FREITAG 20.03.26
Ab 18:00 Uhr Anreise und Check In
19:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung des Buffets
20:00 Uhr Inhaltlicher Teil 1: Katastrophenschutz mit Referent Yann Hédiard von den Johannitern München
21:00 Uhr Inhaltlicher Teil 2: Katastrophenschutz – jetzt seid ihr dran, es wird praktisch!
Blaulichtbar des KV Roth-Hilpoltstein
SAMSTAG 21.03.26
9:00 – 12:45 Uhr Geschäftlicher Teil mit Brunch:
TOP 1 Begrüßung
TOP 2 Feststellung der Beschlussfähigkeit
TOP 3 Berichte
TOP 4 Nachwahlen in den Landesvorstand
TOP 5 Mustersatzungen von Untergliederungen
TOP 6 Bericht der Kassenprüfung
TOP 7 Entlastung der Vorstandschaft
TOP 8 Haushaltsplan ELJ e. V. 2027
TOP 9 Anträge
TOP 10 Sonstiges
14:00 Uhr Inhaltlicher Teil 3: Training für den Ernstfall
18:00 Uhr Abendessen
19:00 Uhr Ab in die Wildnes – Teamwork im Freien
21:00 Uhr Gottesdienst im Freien
SONNTAG 22.03.26
07:15 – 9:00 Uhr Frühstück
09:15 Uhr Abfahrt nach Gunzenhausen
10:00 Uhr Führung im Hilfskrankenhaus Gunzenhausen
11:30 Uhr Thematisches Mittagessen und gemeinsamer Abschluss
Berichte zur 128. Landesversammlung
Bericht Landesvorstand
Bericht des Landesvorstands zur 128. Landesversammlung
An der 126. Landesversammlung im Herbst 2026 standen Neuwahlen zum Landesvorstand an. Sara Endres und Kilian Käfferlein wurden als Landesvorsitzende gewählt und sind somit BGB-Vorstand des ELJ e. V. Ihre Stellvertreter sind Sophia Thum sowie Stefan Schmidt. Daneben wurden die Positionen der Bezirksvertreter durch Paul Opitsch (Mittelfranken), David Auernhammer (Unterfranken), Benjamin Hertle (Schwaben) und Finia Groh (Oberfranken-Oberpfalz) besetzt. Michael Mößler, André Wicklein und Moritz Mühlbacher unterstützen den Landesvorstand als Beisitzer.
Wir verabschieden mit den Neuwahlen Michael Dendorfer als Landesvorsitzenden, Felicia Höchsmann als ehemalige stellvertretende Landesvorsitzende sowie Nico Regel als Beisitzer aus dem Landesvorstand. Herzlichen Dank für Euer Engagement und alles Gute für Eure Zukunft!

Sitzungen
Seit der letzten Landesversammlung im Herbst 2025 hat sich der Landesvorstand zu seiner konstituierenden Sitzung sowie zu einer gemeinsamen Klausur getroffen. Durch die Neuwahlen stand insbesondere die zukünftige Zusammenarbeit der nächsten zwei Jahre im Landesvorstand auf der Tagesordnung. Es sollen Aktionen für euch Ehrenamtliche geplant werden, das 75-jährige Jubiläum 2028 muss organisiert werden und der Kontakt zu Ehrenamtlichen in Ortsgruppen, Kreisverbänden und Bezirksverbänden soll vertieft werden.
Es wurden die Arbeitsgruppen:
- Landesversammlung mit der Planung der 128. sowie 129. Landesversammlung
- Stellen mit der Prüfung der Posten Landjugendpfarrer sowie Landessekretär in der ELJ e.V. Satzung
- Mistgabel mit der Zukunftsgestaltung der Verbandszeitschrift Mistgabel sowie Kommunikation in der ELJ
- Haushalt mit der Finanzplanung des ELJ e.V.
beauftragt. Die AG Stellen hat ihre Arbeit abgeschlossen. Sie empfahl dem Landesvorstand, einen Antrag an der Landesversammlung zu stellen. Durch die AG Mistgabel kam die Idee einer WhatsApp-Community auf, um Ehrenamtliche besser untereinander verknüpfen zu können. Diese ist bereits aktiv und ihr habt die Möglichkeit, dieser beizutreten. (Klick hier)
Das Landesquiz am 22.02.2026 wurde in seinen Grundzügen besprochen. Leider musste dieses aufgrund geringer Teilnehmerzahlen abgesagt werden, da der Kosten-Nutzen-Aufwand sonst zu hoch gewesen wäre. Alternativ soll es am 09. Oktober 2026 ein neu gedachtes Landesquiz geben, bei dem wir als Landesvorstand zu euch in die Ortsgruppen kommen werden. Ihr wollt unbedingt dabei sein? Dann meldet euch jetzt schon gerne bei uns an.
Daneben hat ein Austausch mit Vorstand und Aufsichtsrat der ELJ geG zum Thema Verlängerung der Beurlaubung von Benedikt Herzog für die Stelle als Landjugendpfarrer zum 31.08.2026 stattgefunden. Nach langer Beratung hat der Aufsichtsrat der ELJ-Genossenschaft beschlossen, die Stelle des Landjugendpfarrers von 1,0 auf 0,5 Stellenanteile zu verringern und damit keine Verlängerung mit Benedikt Herzog einzugehen. Der Landesvorstand hat gefordert, dass die 0,5 Stellenanteile Benedikt Herzog angeboten werden.
Personelle Änderungen
Finia Groh hat am 18.01.2026 ihren Rücktritt von der Position Bezirksvertreterin Oberfranken-Oberpfalz bekannt gegeben. Somit müssen wir uns leider von Finia aus dem Landesvorstand verabschieden. Sie wird ihr ehrenamtliches Engagement in der ELJ weiterhin auf Ortsgruppenebene fortsetzen. Wir sagen herzlichen Dank und wünschen ihr für ihre weitere Zukunft alles Gute.
In unserem hauptberuflichen Team mussten wir uns zum 31.12.2025 von Markus Maurin als Stelleninhaber Jugendbildungsreferent verabschieden. Ihm wünschen wir viel Gesundheit und danken ihm für deine Zeit in der ELJ.
Neu begrüßen dürfen wir unseren Content Creator Léo Hédiard, der die ELJ und uns als Ehrenamtliche auf unseren Social Media Kanälen mit professionellem Content gut in Szene setzen wird. Wir freuen uns auf eine gemeinsame, kreative und abwechslungsreiche Zusammenarbeit mit dir! Willkommen in der ELJ!
Finanzen (AG Haushalt)
Die Haushaltsplanung für 2027 wurde durch die AG Haushalt erstellt und dem Landesvorstand vorgelegt. Details findet ihr im gesonderten Tagesordnungspunkt dieser Landesversammlung.
Die letzten Beitragseinzüge wurden analysiert und eine Prüfung sowie Verbesserung des Verfahrens eingeleitet. Es soll feste Fristen geben, um die Auszahlung an die Untergliederungen frühzeitig zu ermöglichen.
Die AG Haushalt kümmert sich aktuell um eine Investitionsmöglichkeit der Mitgliedsbeiträge zwischen Beitragseinzug und Beitragsüberweisung. Kriterium dafür ist die Vereinbarkeit mit den Werten der ELJ. Eine Möglichkeit wäre hier die Umweltbank, da sie sowohl für soziale Gerechtigkeit als auch für den Umweltschutz einsteht (6 Monate: 1,2%).
Struktur und Satzung
Die Mustersatzungen für alle Ortsgruppen, KVs und BVs wurden überarbeitet, um die Satzungsänderungen auf Landesebene und sonstige Entwicklungen seit 2015 zu reflektieren. Außerdem wird ein Antrag auf Satzungsänderung für die 129. Landesversammlung 2026 vorbereitet, der u. a. die Kassenprüfer in der Satzung verankern soll, um eine fristgerechte Prüfung der Kasse zu gewährleisten.
Umgang mit Anträgen
Antrag zur Zukunft der Landesversammlung
In diesem Antrag wurde gefordert, dass die Anzahl der Landesversammlungen auf eine im Jahr reduziert wird und stattdessen einmal im Jahr eine alternative Veranstaltung stattfinden soll. Der Landesvorstand hat sich zu diesem Thema neu beraten und ist der Meinung, dass zwei Landesversammlungen im Jahr wichtig sind, um die Mitbestimmung in der ELJ zu gewährleisten. Damit hat der Landesvorstand beschlossen, den Antrag zurückzuziehen.
Termine
Auf Landesebene gibt es verschiedene Termine, zu denen alle ELJ-Mitglieder eingeladen sind. Zusätzlich freuen wir uns über Einladungen zu euren Veranstaltungen, Jubiläen, Klausuren oder Ähnliches, um euch in eurer Arbeit besser kennenzulernen. Schickt uns dazu gerne eine Mail an lavo@elj.de, dann besuchen und unterstützen wir euch bei eurem Event.
Wir freuen uns, euch in Aktion und in Reallife zu sehen und so mit euch in den direkten Austausch zu kommen, um ELJ vor Ort miterleben zu können!
Hier findet ihr eine Auflistung der anstehenden, bereits bekannten Termine bis 2028:
2026
29. März – 01. April: Grundkurs | Pappenheim
25. Juni: Genossenschaftsversammlung | digital
9. Oktober: Landesquiz – neugedacht
22. – 25. Oktober: 129. Landesversammlung | Pappenheim
8. November: ASA-Landesversammlung | Raum Weißenburg
2027
21. – 24. März: Grundkurs | Pappenheim
9. – 11. April: 130. Landesversammlung | Pappenheim
Juni: Genossenschaftsversammlung
22. – 24. Oktober: 131. Landesversammlung | Pappenheim
November: ASA-Landesversammlung
2028
17. – 19. März: 132. Landesversammlung | Pappenheim
9. – 12. April: Grundkurs | Pappenheim
27. – 29. Oktober: 75-jähriges ELJ-Jubiläum | Pappenheim
Für die meisten dieser Veranstaltungen müssen wir frühzeitig konkrete Zahlen für Verpflegung und Übernachtungen übermitteln. Aus diesem Grund müssen wir jeweils einen frühzeitigen Anmeldeschluss setzen. Bitte meldet euch entsprechend rechtzeitig über die Homepage https://www.elj.de/ an. Sonst können wir euch leider keine Teilnahme garantieren.
Bericht Delegierte in die ELJ Genossenschaft geG
Bericht des Delegierten in die Genossenschaft zur 128. ELJ-Landesversammlung
Liebe Landesversammlung,
vor gut drei Jahren sind wir als „Pioniere“ gestartet, um die wirtschaftliche Selbstverwaltung der ELJ auf
ein neues Fundament zu stellen. Heute blicke ich auf ein Jahr zurück, das man wohl am besten als den
Übergang von der Aufbauphase zur strategischen Reife bezeichnen kann. Als euer Delegierter in die
Genossenschaft darf ich euch berichten: Die ELJ geG ist erwachsen geworden, stellt sich aber gerade
deshalb mutig neuen Herausforderungen.
Das vergangene Jahr war geprägt von einer gründlichen Inventur unserer Strukturen. Wir sind mit dem
ersten großen, erfolgreichen Jahresabschluss von 2024 durch alle Prüfungen gegangen. Dabei haben wir
eine ordentliche Vermögenslage bescheinigt bekommen und einiges für unsere administrativen Abläufe
dazugelernt. Leider zeigt uns der Blick in die Zukunft, dass wir uns nicht auf Erreichtem ausruhen dürfen.
Die finanzielle Lage bleibt aufgrund sinkender kirchlicher und staatlicher Zuschüsse bei steigenden Kosten
angespannt. Deshalb müssen wir unserer eigenen Strukturen professionalisieren und an unserem
Fundament arbeiten.
Die ELJ geG versteht sich künftig als Unternehmen für den ELJ e. V. und andere. Wir öffnen unsere
Fachkompetenz in der Arbeit mit jungen Menschen im ländlichen Raum für neue Zielgruppen und
Fördergeber, um die finanzielle Basis für unseren Kernauftrag – die Unterstützung eurer Jugendarbeit –
langfristig zu sichern. Was bedeutet das für euch? Trotz aller Zahlen und Strukturen bleibt das Ziel gleich:
Die ELJ geG baut die „sichere Bühne“, auf der ihr euch im Dorf und im Verband nachhaltig ausleben
könnt. Wir beschäftigen mittlerweile 13 Mitarbeitende, die euch den Rücken freihalten.
Aber dieses Unternehmen braucht weiterhin ehrenamtliche Talente, die bereit sind, im Aufsichtsrat oder
in der Generalversammlung Verantwortung für unsere strategische Entwicklung zu übernehmen. Wer
sich für die Verbindung von Werten und Wirtschaft interessiert, ist herzlich eingeladen, sich
einzubringen. In diesem Sinne danke ich David Auernhammer, der mich als Vorsitzender des
Aufsichtsrates abgelöst hat, sowie seinem Stellvertreter Christian Huber für ihre Bereitschaft und
wünsche ihnen viel Erfolg im neuen Amt. Ich freue mich auf die weiterhin konstruktive Zusammenarbeit
im Aufsichtsrat, den unermüdlichen Einsatz des Vorstandes und vielleicht ja auch bald auf deine
tatkräftige Unterstützung?
Pappenheim, im März 2026
Konstantin Elflein
Delegierter des ELJ e.V. in die Genossenschaft
Bericht der Delegierten zum Landesjugendkonvent
Die ELJ war letztes Jahr wieder mit drei Delegierten auf dem Landesjugendkonvent der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB), die die ELJ als einen ihrer eigenständigen Mitgliedsverbände (neben z.B. CVJM, VCP, …) anerkennt, vertreten. Der Landesjugendkonvent ist “die Landesversammlung” der EJB, eine Delegiertenversammlung mit inhaltlichem Teil, die Berichte hört, wichtige Ämter wählt und Anträge beschließt.
Auf dem letzten Landesjugendkonvent wurde über die anstehende Umstrukturierung der EJB informiert. Insbesondere wird 2026 der Landesjugendkonvent das letzte Mal als solcher stattfinden. Ab 2027 wird es eine andere “Mitgliederversammlung” der EJB geben, in die die ELJ aber weiterhin Delegierte entsendet. Das Thema des letzten Landesjugendkonvent war “Zwischen lost and found – Jugend auf Sinnsuche”, mit einem Schwerpunkt auf jugendgerechter Spiritualität.
Im geschäftlichen Teil wurden die drei Jugendsynodalen, Vertreter junger Menschen direkt in der Landessynode (“Parlament” der ev. Kirche in Bayern), gewählt. Außerdem wurden Anträge beschlossen, in denen beispielsweise die Evangelische Jugend, einen Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst fordert, sich gegen die staatliche Förderung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung ausspricht und den Erhalt eines starken Lieferkettengesetzes fordert. Bei der Abstimmung zum Thema des Landesjugendkonvent 2026 gab es Stimmengleichheit zwischen “Fromm und politisch” und “Feminismus in der evangelischen Jugend”, so dass nun beide Themen zu einem gemeinsamen Thema zusammengeführt werden.
Bericht Landjugendpfarrer
Ecclesia semper reformanda -Kirche verändert sich immer und ständig
Mit etwas Abstand blicke ich nun auf das, was die ELJ aktuell bewegt – und gleichzeitig möchte ich diesen Bericht nutzen auch das ganze aus einer größeren Perspektive und mit Blick auf meine 12 Jahre bei der ELJ zu verorten. Denn meine Zeit bei der ELJ geht nun zu Ende, da meine Beurlaubung im kirchlichen Interesse und damit mein Dienst bei der ELJ endet am 31.08.26.

Vorweg möchte ich sagen: Ich bin dankbar und glücklich, dass ich die letzten 12 Jahre ein Teil von Kirche sein durfte, über die wir und über die auch die Kirche als solche zu wenig redet und zu wenig reflektiert. Danke für all die Gespräche, all die Lebenswege und all die gemeisterten Herausforderungen – danke, dass ich zusammen mit euch wachsen durfte. Nachdem nach längeren Beratungen die Entscheidung gefallen ist, nicht nur meinen Vertrag nicht zu verlängern, sondern auch die Struktur hier anzupassen, will ich im Folgenden deutlich machen, warum das zum gemeinsamen Wachsen dazugehört und warum es auch jetzt an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen:
Wachsen heißt – nichts ist mehr, wie es vorher war.
Oft merken wir erst nach einer Phase des Wachstums, dass wir selbst – vielleicht sogar über uns hinaus – gewachsen sind. Im Vollzug hat man dafür gar keine Zeit. Es gibt so viele Herausforderungen – Probleme und Chancen – Risiken und Möglichkeiten, dass man zunächst nur damit beschäftigt ist Feuer zu löschen und die nächsten Schritte so gut es geht – im besten Fall sogar strategisch – vorauszuplanen.
Doch allein hier merken wir: das ist nicht immer so einfach – besonders wenn man in einem komplexen System befindet – oder plastischer finde ich das Bild eines Organismus.
Genau hier sehe ich die Entwicklung der ELJ. Sie war schon immer lebendig, aber was sich weiterentwickelt hat ist, wie die einzelnen Teile sich zueinander verhalten. Blicke ich 10 Jahre zurück, so sind einige Aufgaben noch immer die gleichen, die ein LaVo oder eine LaVe hat – Begleitung die durch Jugendbildungsreferent:innen und an der Landesstelle geleistet werden. Und doch hat sich das WIE dieser Begleitung und auch der Struktur der einzelnen Ebenen und das Selbstverständnis geändert.
Heute liegt aus meiner Sicht viel mehr echte Selbstorganisation bei den jungen Leuten, die sich für die ELJ engagieren – dort wo sie auch hingehört.
Wachsen heißt – aus dem Rahmen zu fallen.
Landjugend fällt z.B. schon deshalb aus dem Rahmen, da es innerkirchlich keine andere Organisation gibt, wie die ELJ. Dabei erreicht sie Menschen, welche mit Kirche auf den ersten Blick vielleicht auch gar nichts zu tun haben. Aber genau hierin liegt der Charme der ELJ. Sie funktioniert eben anders als andere Systeme und gleichzeitig kennt man aber Strukturen von anderen Organisationen wie z. B. Vereine vor Ort – aber eben nicht von Kirche. ELJ fällt aus dem Rahmen, wie sie sich organisiert – aber auch wie sie sich positioniert. Dabei fällt mir auf, dass ELJ weniger politisch agiert als z. B. die KLJB – dafür aber auch freier vor Ort und in den Untergliederungen agieren kann. Das macht es manchmal nicht so ganz einfach – vor allem wenn man versucht mit den anderen Landjugendverbänden oder auch anderen Jugendverbänden zusammen etwas zu erwirken. Hier sei aus jüngster Vergangenheit der Zukunftsvertrag der Bayrischen Staatsregierung zu nennen.
Aber aus dem Rahmen fallen heißt auch – manche Dinge passen nicht für uns als ELJ. Also müssen wir sie passend machen – denn schließlich ist ELJ, wenn es trotzdem klappt. Genau das habe ich immer wieder erlebt.
Wachsen heißt – sich zu verändern.
Wir hatten lange Phasen eine gewisse Kontinuität, welche Sicherheit trotz turbulenter Zeiten mit sich brachte. Sei es während der Restrukturierung von Seiten des damaligen Trägervereins der Bildungszentren im ländlichen Raum, über Corona bis hin zur kompletten Selbstständigkeit der ELJ samt Gründung einer eigenen Genossenschaft. Das ist nicht selbstverständlich.
In einem Organismus stellt sich bei solchen größeren Veränderungen einiges um – dabei war bei allen Veränderungen immer eines klar zu erkennen: die Basis ist das Fundament und hier muss die Arbeit und der Zweck von Landjugend immer ermöglicht werden. Bei aller Veränderung – das muss weiterfunktionieren. Und was soll ich sagen – aus meiner Sicht ist das gut gelungen, dass trotz schwindender Fördergelder, trotz äußerer Strukturänderung die Arbeit vor Ort weiterlaufen konnte.
Aber das führte auch mit sich: die Spannungen zwischen den Ebenen der Untergliederungen waren deutlicher zu spüren.
Wachsen heißt – nicht zwangsläufig quantitativ mehr zu werden.
Manchmal ist es auch so, dass man es gar nicht quantifizieren kann, dass ein echtes Wachstum geschehen ist. Das passiert immer dann, wenn Leute die hier Verantwortung in der ELJ übernehmen über sich hinauswachsen. Lernen was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Demokratie gelebt wird, durch echte Mitbestimmung und ein geregeltes Wahlsystem. Aber auch immer dann, wenn Vernetzung entsteht.
Ich habe über die Jahre immer wieder gehört, dass es nicht mehr so ist wie früher – es kommen immer weniger auf die Landesversammlung, wir haben weniger hier und weniger da. Die Netzwerke funktionieren nicht mehr, wie sie waren etc.
Doch was spannend ist über meine 12 Jahre bei der ELJ: die Zahl der Ortsgruppen ist verhältnismäßig stabil geblieben und auch die Zahl der Mitglieder ist ziemlich stabil.
Aber wie kann das sein – rein quantitativ und der emotionalen Wahrnehmung folgend, müssten es ja weniger werden. Auch wenn wir in kirchliche Strukturen blicken, nehmen wir eine immer rasante fortschreitende Abnahme von Mitgliedern wahr.
Nicht bei der ELJ! Ja es ist nicht in allen Regionen gleich – ja es lösen sich Ortsgruppen und KVs auf. Gleichzeitig gründen sich immer wieder neue – zuletzt der KV Weiden und seit dieser Woche auch wieder eine Ortsgruppe in Langenaltheim im KV WUG.
Das heißt für mich bei genauer Betrachtung: anders als Kirche bleibt ELJ stabil – buw. Könnte man sogar sagen – entgegen des prognostizierten Trends kirchlicher Strukturen ist ELJ nicht geschrumpft – im Gegenteil – in Summe ist sie dort gewachsen wo ELJ etabliert ist.
Gleichzeitig will ich euch aber auch sagen: in Regionen wo ELJ kaum noch Repräsentation hat, sind keine Strukturen mehr vorhanden – bis auf wenige starke Ortsgruppen, die sich aus ihrem Selbstverständnis stabil halten – wird es auch immer schwieriger Landjugendarbeit wie wir sie kennen (wieder) zu etablieren.
Wachsen heißt – sich den neuen Bedingungen anzupassen.
Hier muss ich sagen hat die ELJ in den letzten Jahren bewiesen, dass sie wirklich zukunftsfähig ist. Denn Durch die gegebenen Herausforderungen hat sie nicht den Kopf in den Sand gesteckt – sondern hat experimentiert, angepasst, nachgestellt und der größte Schritt seit mindesten 50 Jahren – wenn nicht sogar seit Gründung – war die Selbstständigkeit der ELJ. Da beschäftigt uns auch heute noch, selbst wenn es nun auch schon wieder 3,5 Jahre zurückliegt. Doch langsam kommen wir an einen Punkt, an dem es nicht nur immer neue erste Male gibt, sondern wo sich Prozesse wiederholen, man merkt, wo man aus Fehlern gelernt hat und etwas anders macht und gleichzeitig ist es noch nicht perfekt.
Das sind Prozesse die gibt es überall und wird es immer geben. Wachstum entsteht nicht durch die Auseinandersetzung und dem Spannungsfeld zwischen innen und außen. Mir hilft es hier immer ein Bild zur Hand zu nehmen – das Bild eines Organismus – oder besser noch das Bild einer Pflanze:
Was haben wir zur Basis – auf welche Wurzeln können wir zugreifen?
Für was steht der Stängel – Halt und Versorgung – das schafft Sicherheit.
Die Blätter als die Kraftwerke und Sammelbecken, damit die Pflanze schließlich ihrem Zweck dienen kann.
Die Blüte – wunderschöne Momente die Gemeinschaft stiften im innen und außen.
Und schließlich die Frucht, welche in die nächste Generation führt.
All diese Schritte durchläuft jede Generation von Landjugend (aber auch anderen Organisationen) – die Frage, die nur bleibt: wie gut können die Samen die Informationen des Vergangenen und die Anpassungen dazu beitragen die neue Generation so gut es geht auf die Herausforderungen dessen, was kommt vorzubereiten.
Die letzten 2 Jahre haben hier für mich den Grundstein gelegt für das, wie es in Zukunft mir der ELJ weitergehen kann:
Der LaVo hat sich gewandelt hin zu einem Vorstandsgremium eines eingetragenen Vereins – was mehr Verantwortung – aber auch mehr Gestaltungsspielraum für das inhaltliche Arbeiten mit sich bringt. Bytheway ist der LaVo dann auch strukturell näher an allen anderen Untergliederungen dran als bisher.
Das Geld was über die Mitgliedsbeiträge im e. V. landet, bleibt auch als solches im e. V. und dient dessen Arbeit. Damit gibt es maximale Entscheidungsoption für was ihr das Geld strukturell und inhaltlich ausgeben wollt. Das bringt vor allem auch strukturelle Sicherheit für den Verein, selbst dann, wenn die Genossenschaft insolvent gehen würde.
Der LaVo hat sich in den letzten Jahren klar positioniert. Die wichtigste Einheit für das, was ELJ zu ELJ macht ist und bleibt die Ortsgruppe. Das hat Konsequenzen für das Handeln auf Landesebene und vor allem auch für den zukünftigen Einsatz von Ressourcen.
Durch die Genossenschaft hat der e. V. sich selbst eine Firma gebaut – das ist riesig – kein anderer Jugendverband in Deutschland betreibt eine Firma – und schon gar nicht als Genossenschaft – wo auch hier die wichtigste Einheit die Genossen sind – was in unserem Fall hauptsächlich die KVs und BVs sind! Damit verschiebt sich Einflussnahme zwar nicht weg von der e. V. Ebene – diese bleibt ja weiterhin über die LaVe verortet – dazu gibt es aber ein neues und entscheidendes Element – das Mitbestimmungsrecht in der Firma – denn wenn man es so sieht, ist es der ELJ – sprich unser aller Firma!
Und die ELJ hat sich – wie zur Gründerzeit damals in den Fünfzigern – wieder zwischen Tradition und Innovation positioniert. Nur so war auch der Schritt in die Selbstständigkeit möglich. Doch hier kommt der Haken – das ist keine einmalige Sache, sondern das ist eine Haltung, was die ELJ in meinen Augen deshalb zukunftsfähig macht, weil sie weiß wo sie herkommt, aber die Anpassung nicht scheut und sich nicht allein durch Kürzungen zufrieden gibt – denn ELJ ist, wenn es trotzdem klappt – das entscheidende ist, was junge Menschen auf dem Land gemeinsam auf die Beine stellen wollen – und die Genossenschaft hilft dabei das umzusetzen – nicht im Sinne wir können das besser oder wir machen das für euch – sondern als Begleitungsangebot bei allem was ihr für euch und eure Dörfer draußen erreichen wollt.
Ein letztes, was mich persönlich wirklich mit Stolz erfüllt – ist das geistliche Wachstum was ELJ zurückgelegt hat.
Als ich anfing vor 12 Jahren war vieles, was geistliches Leben anging, sehr nah an dem, was man halt so von Kirche kennt. Am Sonntag gibt es Gottesdienst, weil es so ist – egal ob das bei einer LaVe war oder draußen bei z. B. Jubiläen etc. Auch völlig wie das abläuft und wer das ganze durchführt – ja genau dafür war ein Landjungendpfarrer doch da – oder?
Doch über die Jahre haben wir versucht unterschiedliche Formen von Beteiligung zu erproben und auch, was Formate angeht, haben wir tolle Experimente gemacht. Einige davon möchte ich hier erwähnen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:
Die ökumenische Landesversammlung zusammen mit der KLJB mit einem Oasen-Gottesdienst in der Turnhalle. Der Nachtgottesdient im Hochseilgarten. Der T4- Gottesdienst mit den VW-Bussen vor dem Jugendgästehaus. Ein Highlight für mich waren die Abendmahlsexperimente, die wir gefeiert hatten und natürlich alle Segenshandlungen – sei es von Vorstandsämtern, Mitarbeitenden oder bei Kasualien von Mitgliedern. Aber auch der „Bet-Man“ bei der Orangenight 2017 oder die Onlineexperimente als Spirits rund um die „Late Night Church“ waren echte Highlights für mich.
Dazu kamen Andachten im „Coffee to go Style“ oder Kurzformate während „Vernetz nochmal“. Im LaVo oder bei Quizzen wurden sie förmlich eingefordert, nicht weil sie nötig waren, sondern weil es euch wichtig war diese, Veranstaltungen nicht ohne durchzuführen – aber auch innerhalb von anderen Sitzungen und im Team wurden sie zu einem festeren Bestandteil. Das ist ein riesiges geistliches Wachstum – hier liegt Segen drauf!
Doch der nächste Schritt war, als wir begonnen haben in Unterrodach einen Jugendgottesdienst zu gestalten – wo genau diese Haltung der ELJ – nämlich das, was die jungen Leute vor Ort angeht steht im Mittelpunkt und wird direkt in die Verkündigung mit eingebunden. Und inzwischen funktioniert es auch ohne die Beteiligung eines Pfarrers – theoretisch – oder auch bei der letzten LaVe gab es einen tollen Gottesdienst. Ihr seid auch an dieser Stelle „erwachsener“ geworden und übernehmt inzwischen nicht über einen AK oder eine AG Verantwortung, dass das E in der ELJ eine Relevanz hat, sondern ihr lebt es in Verantwortung füreinander. Das ist es, wovon Paulus spricht, wenn er ecclesia sagt – eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig trägt und hält und füreinander einsteht. So ist ELJ! Das E ist hier kein Buchstabe, sondern integrales Programm – die Haltung die sich im „miteinander mehr machen“ zeigt.
Daher ist ELJ für mich ecclesia – Gemeinde und Gemeinschaft – doch ganz reformatorisch: ecclesia semper reformanda – sie darf – ja sie muss sich immer wieder selbst reformieren und anpassen – solange die Haltung des miteinander füreinander nicht verloren geht – und die Gewissheit, dass das nicht aus sich geschieht, sondern hier ein gnädiger Gott am Wirken ist.
Mit dieser Gewissheit kann ich frohen Mutes und voller Zuversicht aufbrechen – in Dankbarkeit dafür, was ELJ alles tut – um Gottes Willen – geht euren Weg so weiter, die Menschen in den Dörfern brauchen euch und eure Haltung.
„Drum prüft alles – aber das Gute behaltet“ (Jahreslosung 2025, 1. Thes 5,21) und
„Siehe, ich mache alles neu“ (Jahreslosung 2026, Offb 21, 5)
Es war mir ein Fest mit euch auf dem Weg zu sein!
Euer Landjugendpfarrer
Benedikt Herzog
Anträge zur 128. Landesversammlung
Antrag "Mitgliedsbeitrag"
Antrag an die 128. Landesversammlung
Antragstext
Die 128. Landesversammlung beschließt, den Mitgliedsbeitrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt um 5,00 € auf 25,00 € zu erhöhen.
Gleichzeitig wird die Verteilung der Mitgliedsbeiträge geändert. Die zusätzlichen 5,00 € werden auf die Landesebene und die Kreisverbände aufgeteilt. Diese Landesebene erhält 2,00 €, die Kreisverbände 3,00 € mehr pro Mitglied. Dies entspricht einer zukünftigen Verteilung von 60 % Landesebene – 12 % Bezirksverbände – 28 % Kreisverbände.
Begründung
In der Bundesrepublik sehen wir uns alle mit steigenden Kosten konfrontiert. Dies trifft auch die ELJ. Zusätzlich brach den Kreisverbänden durch stark zurückgegangene Altkleiderpreise eine der wichtigsten Einnahmequellen der Vergangenheit weg. Weiter lässt der Wiederanlauf von größeren Veranstaltungen nach der Pandemie zu Wünschen übrig. Versuche der Kreisverbände, größere Veranstaltungen durchzuführen, erweisen sich immer öfter als Minusgeschäft. Um in den Kreisverbänden weiterhin gute Jugendarbeit leisten zu können, sind diese auf eine sichere Finanzierung angewiesen, die sie nicht vollständig aus eigener Kraft stemmen können. Da funktionierende Arbeit in den Kreisverbänden einer der Kerne der Landjugendarbeit ist, liegt ihr Fortbestehen im Interesse aller Mitglieder.
Antragsteller
Kreisverband Rothenburg, per Beschluss vom 10.02.2026
Kreisverband Uffenheim, per Beschluss vom 10.02.2026
Bezirksverband Mittelfranken, per Beschluss vom 10.02.2026
Antrag "Ehrenamtspauschale LaVo"
Antrag an die 128. Landesversammlung
Antragstext
Die 128. Landesversammlung beschließt die Ausbezahlung der Ehrenamtspauschale an die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden des ELJ-Landesvorstands an den jeweils aktuell im Auszahlungsjahr gültigen steuerlichen Freibetrag anzugleichen.
Begründung
Der Steuerfreibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten steigt in unregelmäßigen Abständen. An der letzten Landesversammlung wurde beschlossen diese Auszahlung auf das zu diesem Zeitpunkt gültige Maximum von 840€ festzusetzen. 2026 stieg der Steuerfreibetrag auf 960€ / Jahr. Die Auszahlung soll kurzfristig auf diesen Betrag erhöht werden und ab jetzt automatisch mit dieser Obergrenze steigen.
Antragssteller
Der ELJ-Landesvorstand,
durch Beschluss vom 20.02.2026
Zur Landesversammlung werden die Änderungen der Mustersatzungen für Orts-, Kreis- und Bezirksebene vorgestellt.
Hier findet ihr die jeweiligen Dokumente:
Gefördert durch den BJR aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans der Bayerischen Staatsregierung.
