(Bad Brückenau) – Bei der Zweiten Ökumenischen Landkonferenz im Haus Volkersberg bei Bad Brückenau (Kreis Bad Kissingen) diskutierten vom 20 bis 21. April 2018 rund 40 Teilnehmende aus katholischen und evangelischen Verbänden mit interessanten Gästen zum Thema Leben auf dem Land.

Die Veranstaltung war die zweite ökumenische Kooperation dieser Art, bei der Wege, Initiativen, Ideen und Motivationen aufzeigt wurden, um den Ländlichen Raum vorwärtszubringen. Erstmalig richtete sich die Tagung an Teilnehmende aus ganz Deutschland.

Verschiedene Gesprächsrunden, Workshops und ein Gastvortag von Prof. Dr. Karl Martin Born der Universität Vechta zum Thema „Ressourcen und Prozesse zur Bewältigung der Herausforderungen in Ländlichen Räumen“ machten deutlich, dass eine effektive Weiterentwicklung der Ländlichen Räume nur gemeinsam im Netzwerk gelingen kann.

In sieben Workshops wurden spannende Modellprojekte und Initiativen vorgestellt, die exemplarisch zeigen, wie Leben auf dem Land gelingen kann und welche neuen Herausforderungen sich stellen.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Graphic Recorder Matthias Schwert, der die diskutierten Inhalte zeichnerisch festgehalten hat.

Nach 24 Stunden endete die Tagung mit einem ökumenischen Gottesdienst im Freien.

Gemeinsame Organisatoren der Zweiten Ökumenischen Landkonferenz waren die Evangelische Landjugend (ELJ) in Bayern, die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Deutschland, der Evangelischer Dienst auf dem Land in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EDL), die Katholische Landvolkbewegung (KLB) Deutschland sowie der Verband der Bildungszentren im Ländlichen Raum in Bayern und das Lernwerk Volkersberg.

Gerhard Schleier, Landjugendpfarrer der ELJ in Bayern und Leiter des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums Pappenheim: „Ich sehe mich in der Erkenntnis bestärkt, dass das Engagement jedes Einzelnen eine Grundnotwendigkeit darstellt, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Die Menschen in Ländlichen Räumen brauchen dazu eine gute Begleitung von Seiten der Jugendverbände und unserer Bildungshäuser.“

Stefan Kittsteiner, Landesvorsitzender der ELJ in Bayern: „Für uns als ELJ gab es bei der Ökumenischen Landkonferenz wertvolle Inhalte, die an unsere Verbandsthemen anschließen. Die Veranstaltung ermutigte, an diesen Punkten dran zu bleiben und das Land mitzugestalten. Der Ländliche Raum braucht junge Menschen, deshalb wollen wir aktiv bei den Veränderungsprozessen mitgenommen werden.“

Daniel Steiger, Bundesseelsorger der KLJB Deutschland: „Wir müssen hartnäckig sein, wenn es um Visionen geht, weil wir diejenigen sind, die etwas vorbereiten, dessen Früchte wir nicht selbst ernten. Aber die Früchte werden kommen, wenn wir einen langen Atem haben.“

Martina Reinwald, Leiterin Lernwerk Volkersberg: „In unserem Haus wurden bereits mehrere Landpastorale Symposien durchführt. Deshalb ist es für uns als Lernwerk Volkersberg eine große Bereicherung, mit der Zweiten Ökumenischen Landkonferenz am Volkersberg an diese Tradition anzuknüpfen. Ökumene ist eine Selbstverständlichkeit, sowohl unter den Jugendverbänden als auch unter den Bildungshäusern bundesweit im ‚Verband der Bildungszentren im Ländlichen Raum‘.“

Korbinian Obermayer, KLB Bundesvorsitzender: „Nach der Ersten Ökumenischen Landkonferenz 2016 in Niederalteich freut es mich 2018 erleben zu dürfen, dass die Teilnehmenden weiterhin an einem gemeinsamen Weg interessiert sind und an dem Thema der ländlichen Entwicklung dranbleiben wollen.“

Ricarda Rabe, Evangelischer Dienst auf dem Land in der Evangelischen Kirche in Deutschland: „Bei den vielen Prozessen ist es wichtig zu sehen, dass Ländlicher Raum nicht gleich Ländlicher Raum ist. Wir müssen die Vielfalt und das unterschiedliche Potenzial darin erkennen. Veränderung ist überall möglich, nur eben jeweils anders, das sollte uns bewusst sein.“

Reiner Schübel, Kirchenrat aus München, Evangelisch-Lutherische Landeskirche in

Bayern: „Es ist erfreulich bei dieser Veranstaltung Personen zu treffen, die für die Sache stehen, intrinsisch motiviert sind und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das ist eine wesentliche Ressource, die bei der Bewältigung der Herausforderungen in den Ländlichen Räumen von Bedeutung ist.“

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft: „Ehrenamt braucht Hauptamt, damit es weiterbestehen kann. Wir brauchen Förderprogramme im Ländlichen Raum, schnelles Internet, wir brauchen Experimentierregionen. “