(Bayern/Brasilien) – Seit vielen Jahren pflegt der Entwicklungspolitische Arbeitskreis der Evangelischen Landjugend (ELJ) in Bayern den Austausch mit seinen brasilianischen Partnerorganisationen. Dieses Jahr hatte sich für drei Wochen eine neunköpfige Delegation der ELJ nach Brasilien aufgemacht.

Die Reiseteilnehmer hat neben der Weite des Landes und der Gastfreundschaft der Menschen die Arbeit ihrer Partner begeistert.

Die CAPA („Centro de Apoio e Promoção da Agroecologia“, übersetzt „Zentrum zur Unterstützung und Förderung der Agrarökologie“) berät und unterstützt im Bundesstaat Paraná als Einrichtung der Evangelischen Kirche Kleinbauern, Landlose und Indigene im ökologischen Landbau. So können diese mit wenig Hektar Land ihre Existenz sichern.

Die Delegation besichtigte verschiedene von der CAPA betreute Betriebe, Aktivitäten und Kooperativen zur Weiterverarbeitung und Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte und konnten sich vom Erfolg dieser Arbeit überzeugen. Beeindruckt hat die Landjugendlichen, mit welcher Leidenschaft und Ausdauer die Betroffenen arbeiten. Immer wieder gab es Kostproben verschiedenster Obst- und Gemüsesorten wie Okraschoten, Maniok, Papaya oder Cherimoya – die Teilnehmer fühlten sich oft wie in einem botanischen Garten.

Der Besuch im Saatguthaus „Casa de Semente“ in Mandirituba zur Pflege und Erhaltung regionaler Sorten hinterließ bei den Delegationsmitgliedern viel Nachdenklichkeit. Mit dieser Initiative stemmen sich die dort zusammengeschlossenen Kleinbauern gegen die Monopolisierungs-Bestrebungen internationaler Großkonzerne.

Der zweite Teil der Reise führte die Delegation in die Millionen-Metropole Belo Horizonte, wo sie von der evangelischen Kirchengemeinde empfangen wurde. Hier unterstützt die ELJ die Kindertagesstätte „Creche Cantinho Amigo“ der Gemeinde. In einer der ärmsten Gegenden des Großraums wird im Umfeld von Armut und sozialen Spannungen ein Stück Normalität für 40 Vorschulkinder geschaffen. Ein Rundgang durch das Viertel machte die beklemmend prekären Wohnverhältnisse der Familien sichtbar. Vor diesem Hintergrund waren die Teilnehmenden von der liebenswürdigen Art und Weise der Kinder überrascht.

Mehrmals waren die Jugendlichen von ihren Gastgebern nach Hause zu einer „Churrasco“, der legendären brasilianischen Grillparty, eingeladen. Dabei konnten viele persönliche Bekanntschaften geknüpft werden. Der Gottesdienst der Kirchengemeinde schlug durch den gemeinsamen Glauben eine besondere Brücke zwischen Deutschland und Brasilien.

Die Evangelische Landjugend in Bayern unterstützt die Arbeit ihrer Partner mit dem Erlös aus der Spendenaktion „Brot statt Böller“. „Die Projekte sind es auf jeden Fall wert!“, lautet das Fazit von Reiseteilnehmerin Katharina Seitzinger aus Kammerstein. „Es war sehr beeindruckend, was die Menschen dort mit unseren Spenden auf die Beine stellen!“, fügt Miriam Volkert, Teilnehmerin aus Büchenbach, hinzu und freut sich auf den Gegenbesuch in zwei Jahren.