ELJ Wassertrüdingen erhält Auszeichnung für Maibaum der Toleranz

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Projektstelle gegen Rechtsextremismus des Bayerischen Bündnis für Toleranz wurde die ELJ-Gruppe aus Wassertrüdingen als einer von fünf Maibäumen für Toleranz ausgezeichnet. Daneben wurde das Seminarhaus Grainau der Bayerischen Jungbauernschaft, die Maibaumfreunde Pfeffenhausen sowie das Berufsschulzentrum in Höchstädt/Donau und die Mittelschule in Marktredwitz gewürdigt. Der Bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Sprecher des Bayerischen Bündnisses ist, würdigte das Engagement der Preisträger als wichtigen Impuls für die Demokratie.

Aus rund 30 Bewerbungen entschied sich die fünfköpfige Jury für fünf Auszeichnungen, wobei neben der kreativen Gestaltung, vor allem der Entstehungsprozess und die passende Umsetzung der Idee bewertete wurde. Viele hätten nicht „nur“ einfach einen Maibaum aufgestellt, sondern brachten sich auf unterschiedlichste Weise ins Dorfleben ein, erklärte Jury-Mitglied Juliane Neufang. Die geschäftsführende Referentin für die Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauernverband betonte den Mehrwert des erfolgreichen Projekts: „Landjugendgruppen und deren Angebote sind ein wichtiger Ort für die Demokratiebildung in ländlichen Räumen.“ Schließlich gestalteten die Jugendlichen damit eine „Demokratie von unten“: Beispielhaft wurde während des Aufstellens der besonders geschmückten Maibäume als Zeichen für Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz derselbe Aufruf verlesen und damit verdeutlicht: „Unser Land ist tolerant – auch jenseits der großen Metropolen!“

Neben engagierten Landjugendlichen haben sich viele junge Menschen mit Fluchterfahrungen in den Projekten vor Ort beteiligt. Durch dieses Engagement sei es gelungen, dass das Motto „Gemeinsam gut aufgestellt“ sichtbar wird und die Toleranz und Vielfalt eines Ortes zum Ausdruck kommt, so die Projektverantwortliche Anke Zimmermann. Dabei betonte sie, „bei allen Feierlichkeiten die Menschen nicht zu vergessen, die sich beteiligt haben und nun nicht mehr weiter in unserer Gemeinschaft sind“.

Neben der Auszeichnung der Maibäume durch das Bündnis für Toleranz würdigten Bürgermeister Karl-Willi Beck, Andreas Beneker, Leiter des Evangelischen Bildungszentrums Bad Alexandersbad und Johannes Friedrich, Landesbischof a.D., die zehnjährige Arbeit der Projektstelle gegen Rechtsextremismus. Schließlich sei es in den vergangenen Jahren gelungen, über die Region in Nord-Ost-Oberfranken hinaus eine Strahlkraft zu entwickeln und ein vielfältiges Bündnis mit derzeit 69 Mitgliedsorganisationen zu begleiten. Damit gelinge es Demokratie zu stärken und die Menschenwürde zu schützen.

Im Festvortrag zum Schwerpunktthema „Rechtsextremismus in ländlichen Räumen – Herausforderungen und Gegenstrategien“ erläuterte Dr. Michael Kohlstruck, Technische Universität Berlin die Besonderheiten ländlicher Räume. Dabei stellte er rückblickend fest, dass die Netzwerke und Bündnisse gegen Rechtsextremismus vor allem von Bürgerinnen und Bürgern getragen werden, die noch in den Jahren 2015/2016 in der ersten Reihe standen und sich für Geflüchete engagierten.“ Dieses Engagement sei ein Ausdruck dessen, dass viele Menschen in den Dörfern ein deutliches Zeichen gegen politischen Extremismus setzen wollen.

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