Lauch-Apfel-Suppe zur Vorspeise, Rateatoullie als Hauptgericht, zum Nachtisch Birnenquark mit Schokostreußel. Am ELJ-Stand auf der Grünen Woche kann man es sich in diesem Jahr schmecken lassen. Auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bietet der ELJ-Bundesverband „Evangelische Jugend in ländlichen Räumen (ejl)“ die Möglichkeit, in der Messehalle zu kochen und interessante Gäste zum Tischgespräch einzuladen.

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Marianne Schieder und Bärbel Kofler von der SPD-Bundestagsfraktion ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Mitten in der bundespolitischen Diskussion über die Große Koalition hatten sie den Termin zugesagt. „Der Dialog mit der Landjugend ist uns wichtig“, sagte Marianne Schieder, die in ihrer Jugend selbst in der Katholischen Landjugendbewegung aktiv gewesen war.

Mehr Jugendräume, besseres Internet, mehr Zeit für Jugendarbeit höhere Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte, Lösungen für mehr Wohnraum im Dorf – Ines und Hanna Fickel, Friedrich Steinacker und Daniel Kober vom ELJ-Kreisverband Hesselberg hatten viel Gesprächsstoff aus der Praxis mitgebracht. Stefan Kittsteiner und Leni Meermann brachten die Positionen des ELJ-Landesverbands ein.

„Wenn wir in ländlichen Regionen von einem positiven Roll-Back sprechen, hat das sicher auch mit der Kraft der Landjugend zu tun“, lobte Schieder die Arbeit der Landjugendverbände. Kontrovers wurde die Ganztagsschule diskutiert. Bärbel Kofler tat entschieden der Befürchtung entgegen, wegen des Unterrichts am Nachmittag hätten die Jugendlichen keine Zeit mehr für Jugendarbeit in ihren Dörfern. „Wir müssen gemeinsam Lösungen mit den Vereinen suchen“, sagte sie und verwies auf erfolgreiche Projekte in ihrem Wahlkreis Traunstein. Dass für das Gelingen bessere Ausstattung der Schulen und Partizipation von jungen Menschen auf Augenhöhe nötig sei – darüber waren sich Landjugend und Politik einig.

Nicht nur die Landjugendvertreter, auch die Politikerinnen hatten ihr Anliegen – mehr Frauen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und zu halten. „Landjugend hat mit ihrer Doppelspitze immer auch Frauen in der Leitungsverantwortung“, konstatierte Marianne Schieder, während Männer sich danach im Kirchenvorstand, dem Bauernverband oder der Kommunalpolitik engagierten, würden sich Frauen in der Familienphase zu Hause bleiben. „Hier sollte auch die Landjugend überlegen, wie sie Frauen im Ehrenamt halten kann!“

Am Ende des Tischgesprächs war weit mehr als die geplante Stunde vergangen. Landjugend wie Abgeordneten zogen eine positive Bilanz. „Miteinander Reden bringt uns weiter“, fanden Ines und Hanna Fickel. Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen, der CSU-Politiker Arthur Auernhammer und der stellvertretende Bauernverbandspräsident Günther Felßner werden die nächsten Gesprächspartner am Essenstisch sein.