Hass und Hetze haben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Diese hat Ihre Einschränkung u.a. im Jugendschutzgesetz und wenn die „persönliche Ehre“ verletzt wird.

Aber wie kannst Du Hass und Hetzte begegnen, wenn Du diesen in den sozialen Medien oder persönlich als Beteiligter oder gar als Betroffener erfährst?

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist
der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe
und der Besonnenheit.“
(2. Timotheus 1,7)

Drei kleine Schritte zur Reaktion

  1. Handle bewusst
  2. Analysiere die Situation
  3. Nutze erprobte Gegenstrategien

Handle bewusst

Die Analyse der Lage ist für Deine angemessene Reaktion unerlässlich.

  • Dies geschieht einerseits unterbewusst,
  • andererseits kannst Du durch gezieltes Innehalten, trotz teilweiser emotionaler Betroffenheit, den automatisierten Bewertungsprozess stoppen und bewusst handeln.
  • Fühle Dich ermutigt gegen menschenverachtende Äußerungen und Handlungen einzutreten.
  • Handle nur, wie Du es Dir zutraust (Selbstschutz-Fremdschutz).

Analysiere die Situation

Dazu empfehlen sich folgende Überlegungen

  • Einschätzung der Äußerungen: sind Zeit/Ort gezielt gewählt oder ist es eine spontane Äußerung? Geschieht sie unter vier Augen oder vor einer Gruppe? Wer ist mein Gegenüber?
  • Motiv der Äußerung nach gehen: wird sie aus Frust oder eines zu kurz Kommens getätigt? Liegt tatsächlich ein Wunsch nach inhaltlicher Auseinandersetzung vor oder sollen Grenzen ausgetestet werden? ODER ist es ein eindeutiges menschenverachtendes, pseudopolitisches Statement?
  • Klärung des eigenen Zieles: willst Du „den_die_Urheber_in der Äußerung erreichen oder Dritte? Dritte vor möglicher Verletzung schützen oder Ihre Solidarität mit Betroffenen zum Ausdruck bringen? … Signalisieren, dass Sie eine klare andere Haltung haben und die getätigte Äußerung nicht diskussionswürdig ist? Eine Grenze setzen …? Durch inhaltliche Auseinandersetzung die Einstellung verändern?“ (Umgang mit rechten Äußerungen. Hechler, Debus, Stützel, 2015). 

Nutze erprobte Gegenstrategien

Leider gibt es kein Patentrezept angemessen zu agieren. Auch hier gilt: Übung macht den Meister, um für Dich und die Situation eine angemessene Reaktion zu finden. Das könnte Dir helfen:

  • Bleibe authentisch.
  • Fachwissen, weil es die Wahrscheinlichkeit zum Nachfragen erhöht.
  • Nachfragen, weil Du so z.B. Widersprüche aufdecken kannst
  • Verallgemeinerungen auflösen, wie „die“ oder „man“. Dies geschieht durch Nachfragen, z.B. was meinst Du mit „die“ wem konkret?

Ein Tipp als Nachfrage, z.B. in den (Facebook-) Kommentarspalten:

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom DGB Bayern – Social Media Beauftragten)

Klaus Peter Hufer entwickelte das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Hier findet Ihr weitere Infos aus seinem Buch, die Euch helfen können.

Und natürlich könnt Ihr die Plurability Angebote nutzen.

Literaturtipps

Hufer, Klaus-Peter: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. Materialien und Anleitungen für Bildungsarbeit und Selbstlernen, Schwalbach/Ts, 200, 4. Aufl. 2001
Hufer, Klaus-Peter: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen, in: Klaus Ahlheim (Hrsg.): Intervenieren, nicht resignieren. Rechtsextremismus als Herausforderung für Bildung und Erziehung, Schwalbach/Ts. 2003, S. 133 – 141.
Hufer, Klaus-Peter: Politische Bildung gegen Populismus, in: Außerschulische Bildung 2/2003, S. 152 – 158.

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