Niedrige Preise für Milch oder Getreide gefährden die Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe. Aus diesem Grund hat der Agrarsoziale Arbeitskreis der Evangelischen Landjugend (ASA) zwei Experten nach Pappenheim eingeladen. Friedrich Gronauer-Weddige, Leiter der Technikerschule Triesdorf sowie der Biobauer Christian Scheuerlein aus Hagsbronn bei Spalt gingen der Frage nach, ob es sich für Landwirte lohnt, den eigenen Betrieb auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen.
Wie Gronauer ausführte, sind die Märkte wichtiger Erzeugnisse wie Rind- und Schweinefleisch oder Milch bereits gesättigt. Wer also den tiefen Erzeugerpreisen durch eine Ausweitung seiner Produktion entgegentreten möchte, muss damit rechnen, für den Export zu erzeugen – und mit den Preisen und Strukturen des Weltmarkts zurechtzukommen. Eine Alternative bietet die ökologische Landwirtschaft, bei der zwar die Erträge geringer sind, jedoch die Umsatzerlöse und Zuschusse höher ausfallen. Unter dem Strich sind deshalb im Ackerbau und in der Milchviehhehaltung die Gewinne der Ökobauern höher als jene der konventionell wirtschaftenden Berufskollegen. In Deutschland werden derzeit sechs Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. An der Ladentheke sind es acht Milliarden Euro, die mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln umgesetzt werden.
Christian Scheuerlein hat vor fünf Jahren den Wechsel vom konventionellen Milchviehhalter zum Biobauern vollzogen. Was ihn an seinem Beruf gefällt, ist die ganzheitliche Sichtweise des Ökobauern, zum Beispiel auf den Boden oder das individuelle Tier. Für Scheuerleins 95 Milchkühe ist eine Weide vorhanden, die ganztätig genutzt werden kann. Über Absatzprobleme seiner Erzeugnisse braucht er sich nicht zu beklagen, denn er erhält gute Preise und ist vergleichsweise geringen Preisschwankungen ausgesetzt. Als schwierig beschreibt Scheuerlein die Phase der Umstellung von konventionell auf „bio“. Denn in den eineinhalb bis zwei Jahren der Umstellung leben Landwirte mit den geringeren Erträgen des Ökolandbaus, erhalten aber die niedrigeren Preisae aus konventioneller Erzeugung. Sehr hilfreich war für ihn in dieser Zeit der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit anderen Biobauern. Scheuerlein sieht sich als Ökolandwirt auf dem richtigen Weg, da Landwirtschaft nach seiner Wahrnehmung auch von Seiten der Politik inmmer mehr ökologisiert wird.

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