14 Jahre hatte die ELJ die Trägerschaft über das Jugendzentrum (JuZ) Pappenheim inne. Nach dem Ende der Projektförderung für mobile Jugendarbeit wurde die Aufgabe an das Rote Kreuz übergeben.

Mit einer Feierstunde machte die Stadt Pappenheim deutlich, dass der Wechsel in der Verantwortung für die offene Jugendarbeit in der Deisingerstraße 6 mehr ist, als ein bürokratischer Akt. „Das Jugendzentrum ist ein Ort der Integration“, erklärte Stadträtin und Jugendbeauftragte Anette Pappler und machte deutlich, dass der Treffpunkt in dem Haus mit den blauen Fensterläden für die Stadt eine wichtige Bedeutung hat. „Am JuZ merkt man, dass Pappenheim eine Stadt ist“ erklärte ELJ-Landessekretär Manfred Walter und beschrieb die Zentralfunktion, die die Einrichtung für Jugendliche aus Pappenheim und Umgebung hat. Bürgermeister Uwe Sinn lobte deren präventive Wirkung. „Den Jugendlichen, die hierher kommen, können wir auch weiterhelfen, wenn es Probleme gibt, etwa bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.“

Bild: P. Prusakow

Bild: P. Prusakow

Dass die präventive Wirkung des JuZ auch für die Stadt notwendig war, wurde in der Rückschau von Landessekretär Manfred Walter deutlich. „Ich war damals noch nicht dabei, aber Alkohol, Kriminalität und eine Diskothek im Landkreis haben wohl eine Rolle gespielt.“ Die anwesenden Kommunalpolitiker nickten wissend. Als sich die Stadt damals zur Einrichtung eines Jugendzentrums als Jugendhilfeeinrichtung entschloss, habe die ELJ als ortsansässige Einrichtung gerne die Aufgabe der Trägerschaft übernommen. Rund 300.000 € an öffentlichen Fördermitteln habe die ELJ im Laufe der 14 Jahre in verschiedene Projekte der Jugendhilfe in der Region akquiriert.

Doch das ist erst einmal vorbei. Nach dem Auslaufen der Fördermittel für das letzte Projekt „Chabba Village“ konnte auch die Streetworkstelle der ELJ nicht mehr wiederbesetzt werden. „Wir haben dadurch niemanden mehr, der die Arbeit im JuZ sach- und fachgerecht begleiten kann“, bedauerte Manfred Walter die Entwicklung. So sah sich der Verband gezwungen, die Trägerschaft an die Stadt zurückzugeben.

Weil die Gespräche rechtzeitig und offen geführt wurden, gelang es den Verantwortlichen mit dem Kreisverband Südfranken des Roten Kreuzes nicht nur einen Nachfolger zu finden, sondern den Übergang so durchzuführen, dass die wöchentliche Jugendarbeit im JuZ nicht beeinträchtigt wurde. Gülcin Bulduk und Tamer Sahin organisieren auch weiterhin den Betrieb im JuZ. Ihnen galt denn auch der Dank der Verantwortlichen. Attraktive Angebote und gute Beziehungen für Jugendliche seien das Wichtigste im JuZ – egal bei welchem Träger.

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