In Pappenheim referierte Johann Graf aus dem BBV-Generalsekretariat auf Einladung des Agrarsozialen Arbeitskreises (ASA) über Warenterminbörsen. Graf stellte die Marktlage von Getreide, Raps, Kartoffeln vor und analysierte die globalen Einflüsse auf den Marktpreis. Dazu gehören nicht nur das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, sondern Klima, Bevölkerungsentwicklung, Energiepreise und Agrarpolitik. Bereits 1848 entstand der erste Warenterminmarkt in den USA, um planbare Preise für die Zukunft festzulegen. Heute dienen Warenterminmärkte der Absicherung und Findung von Preisen. Mit Unterstützung eines Brokers können sich Landwirte an Börsen wie der MATIF in Paris betätigen und Kontrakte von mindestens 50 Tonnen Getreide abschließen. Allerdings muss bedacht werden, dass bei Aktivitäten an der Warenterminbörse finanzielle Sicherheiten vorgehalten werden müssen. Im Gegensatz zum Kassa-Markt, also dem physischen Markt, der eher regional und intransparent abläuft, sind Warenterminmärkte gekennzeichnet durch definierte Qualitäten sowie Marktsicherheit und Preise, die sich durch Angebot und Nachfrage herausbilden. Warenterminbörsen können dazu beitragen, in Zeiten von Markttiefs höhere Preise abzusichern. Auf der anderen Seite können bei steigenden Marktpreisen auch Gewinne entgehen. Letzteres ist für viele Landwirte schwer zu verschmerzen und für den Referenten auch ein Grund, warum Landwirte selten an die Warenterminbörse gehen.

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