Erste Ökumenische Tagung der Landjugend in Bayern

Erstmals in ihrer Geschichte tagten an diesem Wochenende die beiden christlichen Landjugendverbände in Bayern gemeinsam an einem Ort. Die 110. Landesversammlung der ELJ mit rund 50 Delegierten und Gästen sowie der Landesausschuss der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern mit rund 40 Delegierten diskutierten im gemeinsamen Studienteil die Potentiale ländlicher Räume für junge Menschen und verabschiedeten einen gemeinsamen Aufruf für die Aktion „Maibaum für Toleranz 2017“.

Kennenlernen und „Leben auf dem Land“ standen im Vordergrund

Nach einer „Begegnungstagung“ vor genau 50 Jahren vom 5.-10. März 1967 in Pappenheim und vielen gemeinsamen Projekten war die Tagung in Pappenheim eine Premiere. Besonders die gemeinsamen Workshops zum Schwerpunktthema „Ökumene 2017: Leben auf dem Land“ und das gemeinsame Abendprogramm ermöglichten das Kennenlernen der Ehrenamtlichen aus beiden Landjugendverbänden.

Die Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung im Studienteil bildeten die „Niederalteicher Thesen“, die im April 2016 in Niederalteich (Diözese Passau) bei der Ersten Ökumenischen Landkonferenz bereits unter Beteiligung von KLJB und ELJ verabschiedet wurden. Aus der Perspektive junger Menschen wurden diese programmatischen Aussagen weiterentwickelt, etwa in den Bereichen Jugendbeteiligung, Landwirtschaft, Wohnen und Integration auf dem Land. Die Fortsetzung der Ökumenischen Landkonferenz ist bereits in Planung: am 20./21. April 2018 soll an den Themen am Haus Volkersberg weitergearbeitet werden.

Landesvorsitzende aus KLJB und ELJ sind euphorisch

Begeistert von den diversen Diskussionen am Samstagnachmittag zeigte sich der KLJB-Landesvorsitzende Julian Jaksch: „Beide christliche Landjugendverbände sehen sich als Vertretung der Interessen junger Menschen in den ländlichen Räumen und bringen deswegen in die Kirche, die Politik und Gesellschaft entsprechende Positionen ein.“ Das bestätigt auch ELJ-Landesvorsitzende Nadine Bentheimer: „Mit der gemeinsamen Tagung konnten wir an unserer guten Basis weiterbauen, die gemeinsame Tagung ist der Ausdruck einer unkomplizierten ökumenischen Zusammenarbeit.“

Michael Mößler und Sara Endres in den Landesvorstand gewählt

Michael Mößler aus Sulzkirchen (Landkreis Neumarkt i. d. Oberfalz) wurde einstimmig zum stellvertretenden ELJ-Landesvorsitzenden gewählt. Der 24-jährige Student engagiert sich seit seiner Konfirmation 2006 in der evangelischen Landjugendarbeit: er freut sich vor allem auf die Gemeinschaft, Spaß und neue Erfahrungen zu sammeln.


Auch die 18-jährige Sara Endres aus Oberaltertheim (Landkreis Würzburg) freut sich darauf, die ELJ-Region Unterfranken zukünftig im Landesvorstand zu vertreten: die Studentin arbeitet seit 2012 in der Jugendgruppe vor Ort mit, da man „selbstständig Veranstaltungen auf die Beine stellen und dabei den Zusammenhalt spüren kann. Das finde ich einfach toll.“

Jahresthema 2017-2019: Gut essen – fair leben?

Der Beschluss der Delegierten für das Jahresthema des ELJ-Landesverbandes in den nächsten zwei Jahren stellt die besondere Rolle von Ernährung und Landwirtschaft in den Mittelpunkt, denn „Essen steht für Genuss, Gemeinschaft und Gesundheit“. Ab Herbst 2017 sind die Landjugendlichen in rund 180 Ortsgruppen eingeladen, sich mit Ideen wie einem bayerisch-brasilianischen Kochbuch, einer Ralley zu regionalen Einkaufsmöglichkeiten oder durch Bierbrau-Seminare und Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben dem Thema zu nähern. Mit dem Jahresthema baut die ELJ auf vorhandene Aktionen wie das Erntedank-Café, Kochduelle oder das Gott-sei-Dank-Brot auf, die bereits seit Jahren feste Kulturangebote der Ortsgruppen, Kreis- und Bezirksverbänden sind.

Aufruf zur Aktion „Maibaum für Toleranz 2017“

Im Tagungsteil der beiden satzungsgemäßen Gremien wurde ein gemeinsamer „Aufruf zur Aktion Maibaum für Toleranz 2017“ verabschiedet. Die Aktion wird durch das Bayerische Bündnis für Toleranz getragen, in dem neben beiden großen christlichen Kirchen z. B. der Bayerische Jugendring und der Bayerische Bauernverband weitere Mitglieder sind. Die Aktion rund um den 1. Mai 2017 werden, wie es im Aufruf heißt „in vorbildlicher Weise anregen, was wir in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus dringend brauchen: Persönliche Begegnungen und immer weiter entwickelte Traditionen – für mehr Toleranz und Integration statt Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit.“

Der ELJ-Landesvorsitzende Stefan Kittsteiner ruft zur Aktion auf: „Gemeinsam gut aufgestellt ist das Motto der tollen Aktion und wir hoffen auf viele bunte Maibäume der Toleranz!“

Auch die KLJB-Landesvorsitzende Christina Kornell freut sich auf das Engagement beider Landjugendverbände: „Diese Aktion kommt in beiden Verbänden toll an – die persönlichen Begegnungen auf dem Dorf sind der beste Weg zur Integration.“

Weitere Infos

>> Aktion „Maibaum für Toleranz“

>> Beschluss der Aktion

>> Mistgabel mit Interview zur Landesversammlung

>> Bilder auf unserer Facebook-Seite

>> Pressebilder

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