Würzburg. Die konfessionellen Landjugendverbände in Bayern verstärken ihr bayernweites Engagement gegen Rechtsextremismus. Bei einem gemeinsamen Studientag diskutierten die Leitungsgremien von Evangelischer Landjugend (ELJ) und Katholische Landjugendbewegung (KLJB) aktuelle Entwicklungen und erarbeiteten neue Ideen für mehr Toleranz und Vielfalt in ländlichen Räumen. Landjugendgruppen von KLJB und ELJ gibt es in über 1.200 bayerischen Dörfern.

Dass der gemeinsame Studientag genau auf den 50. Jahrestag des Ökumenismusdekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils fiel, war dabei mehr als eine Randnotiz. Im gemeinsamen Gottes-dienst betonten ELJ Landjugendpfarrer Gerhard Schleier und KLJB Landesseelsorger Richard Stefke die Bedeutung der ökumenischen Zusammenarbeit. „Konfessionelle Abgrenzung ist um der Menschen willen nicht mehr sinnvoll, da die Gemeinden vor Ort oftmals schon interkonfessionell zusammenarbeiten und sich dieses auch bewährt hat“, heißt es in einem Grundsatzpapier der KLJB. In der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauernverband sind die Landjugendorganisationen seit ihrer Gründung gleichberechtigte Partner und haben über die Jahr-zehnte zahlreiche Aktionen, Beschlüsse und Projekte miteinander auf den Weg gebracht.

Die Prävention von Rechtsextremismus haben sich beide Verbände seit langem auf die Fahnen geschrieben. „Unsere demokratische Strukturen und unsere christlichen Werte sind ein ideales Lernfeld für Demokratie und Toleranz“, bringt es Patrick Wolf, stellvertretender Vorsitzender der ELJ, auf den Punkt. Darüber hinaus haben die Landjugendverbände eine Reihe von konkreten Methoden und Projekte entwickelt, um rechtsextremes Gedankengut in bayerischen Dörfern fernzuhalten. So hat die KLJB der Diözese Bamberg einen Koffer mit interkulturellen Materialien vorgestellt, ein Werkbrief zum Thema „Rechtsextremismus auf dem Land“ erscheint im Dezember. Mit dem Projekt „Plurability – Vielfalt vernetzen vor Ort“ entwickelt die ELJ mit Akteuren der Jugendarbeit in Nordostbayern passgenaue Aktionsideen und –konzepte zur Prävention von Rechtsextremismus in den Gemeinden. Beide Verbände sind dabei immer wieder bei Kundgebungen gegen Nazi-Aufmärsche und für mehr Toleranz präsent.

Im Fortbildungsteil des Studientages setzten sich die Teilnehmenden kritisch mit der Wirkung von Medien bei der Verbreitung von ausgrenzendem Gedankengut auseinander. Anhand von tagesaktuellen Beispielen zeigte Referent Thomas Witzgall auf, wie selbst in seriösen Medien, aber auch in sozialen Netzwerken Ressentiments gegen Minderheiten geschürt werden. Ein Argumentationstraining mit Jürgen Heß vermittelte Techniken und Strategien zum Umgang mit rechtsextremen Gedankengut und Stammtischparolen.

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