Dass Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln nicht bei der Produktion aufhören darf, zeigt die Evangelische Landjugend (ELJ) mit der Kampagne „Marmelade für Alle!“ in der Sonderschau des Landwirtschaftsministeriums der Grünen Woche in Berlin.

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich war einer der Ersten, den das Team um ELJ-Bezirksreferent Jürgen Kricke am Messestand begrüßen durfte. Im feinen Zwirn rührte der Minister Fruchtmus im Kochtopf und lobte die Kampagne als wichtiges und notwendiges Projekt gegen Lebensmittelverschwendung. Mit „Marmelade für Alle!“ ruft die ELJ-Bundesorganisation „Evangelische Jugend in ländlichen Räumen (ejl) Jugendgruppen auf, sich des Wertes von Lebensmitteln bewusst zu werden und Früchte, die nicht geerntet oder weggeworfen würden, zu verarbeiten. In ganz Bayern hatte die ELJ im vergangenen Jahr Aktionen dazu durchgeführt.

In seiner Eröffnungsrede hatte Friedrich zuvor das Ziel ausgegeben, Deutschland zum Land mit der nachhaltigsten Nahrungsmittelproduktion zu machen. Um die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen, sei es notwendig, Ressourcen effizienter zu nutzen.

Dass die von Friedrich geforderte Nachhaltigkeit bei der Produktion noch lange nicht endet, wird am Stand der ELJ deutlich. Mit „Marmelade für Alle!“ kommt das Thema Lebensmittelverschwendung auf den Tisch. 82 Kilo Nahrungsmittel wirft jeder Bundesbürger nach Angaben der Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) jedes Jahr in den Müll. Dass es dabei auch um viel Geld geht, sei vielen nicht bewusst. 235 € landeten pro Person mit weggeworfenen Lebensmitteln jährlich in der Tonne. Die Folgen erläutert Dr. Sonja Endres, Projektsprecherin der ejl: „In allen Lebensmitteln stecken wertvolle Ressourcen: Ackerboden, Wasser, Energie und nicht zuletzt Arbeitskraft von Menschen – es ist weder wirtschaftlich noch ethisch vertretbar, diese Werte wegzuwerfen.“

Evangelische Jugendarbeit sei prädestiniert, den Wert von Lebensmitteln klar zu machen, betonte Jürgen Kricke, „Wir wissen um die Verantwortung für die Schöpfung und kennen die Arbeit der Menschen“. Mit der Kampagne Marmelade für Alle! wolle er Jugendliche einladen, das Thema praktisch zu erfahren – auch auf der Grünen Woche. Hinter den Kulissen der Verbraucherschau geht es genauso zu wie in jedem deutschen Supermarkt. Frisches Obst und Gemüse, das am Abend nicht mehr perfekt aussieht, landet im Müll. Angesichts der Menge der weggeworfenen Lebensmittel könne das Bildungsprojekt der ejl nur ein Zeichen setzen: „Die Veränderung muss im Kopf jedes Verbrauchers beginnen“, findet Jürgen Kricke. Minister Friedrich signalisiert seine Unterstützung – schließlich will auch er, dass Nachhaltigkeit in Deutschland nicht an der Supermarktkasse endet.

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