Seit Monaten bewegen sich die Milchpreise auf einem historisch tiefen Niveau. Die Existenz heimischer Milcherzeuger ist stark gefährdet. Der Agrarsoziale Arbeitskreis (ASA) der Evangelischen Landjugend hat zu dieser Krisensituation Stellung bezogen.
Die jungen Landwirte des ASA plädieren für eine Reihe von Einzelmaßnahmen, um die Zukunft von Milchviehhaltern zu sichern. Für den ASA liegt die Lösung jedoch nicht in höheren staatlichen Subventionen oder Markteingriffen. Vielmehr müssen Landwirte einzelbetriebliche Maßnahmen ergreifen und Marktchancen nutzen. Grundsätzlich sollte jeder Landwirt prüfen, ob die Zukunft des Betriebes in der Erzeugung von Milch oder alternativ in anderen Produkten liegt.
Wer sich dafür entscheidet, als Milcherzeuger zu arbeiten, sollte sinkende Erlöse durch eine Senkung der Erzeugungskosten abfedern. Einzelbetriebliche Möglichkeiten, wie z.B. die Auslagerung der außenwirtschaftlichen Arbeiten sind zu prüfen. Ferner könnten Milcherzeuger durch weitere Einkommensquellen eine höhere Einkommenssicherheit erzielen sowie neue Marktsegmente wie gentechnikfreie Erzeugung oder Weidemilch bedienen.
Zur Nutzung von Marktchancen gelte es, Erzeugerzusammenschlüsse zu fördern und damit die Verhandlungsposition der Milcherzeuger zu stärken. Der ASA spricht sich dafür aus, das Überangebot an Milch durch eine strategische Planung der Milchmenge zwischen Landwirt und Molkerei einzudämmen. Damit werde die  Planungssicherheit für beide Seiten verbessert. Die Molkereien sollten nicht verpflichtet sein, eine Mehrproduktion zu gleichen Konditionen abzunehmen. Eine weitere Möglichkeit sei der Abschluss von Kontrakten zur Absicherung der Preise.
Zu den Forderungen gehört auch eine Vermarktungsförderung von Milch, die Förderung der Verwendung von Milchprodukten in Lebensmitteln und Kosmetika sowie eine bessere Transparenz für Verbraucher. Diese sollen an der Ladentheke erkennen können, ob sie Milch von Molkereien kaufen, die angemessene Preise an ihre Bauern zahlen.
An zwei Stellen möchte der ASA auch den Staat in die Pflicht nehmen. Zum einen bedarf es einer fundierten Bildung und Beratung. Das Augenmerk muss auf einer individuellen Beratung liegen, die sich frei macht von dem bisher propagierten Credo „wachsen oder weichen“.  Auch das Steuerrecht sei gefragt: Denn schwankende Milchpreise machen es erforderlich, dass Landwirte in guten Jahren Rücklagen bilden können, um spätere Engpässe in der Liquidität zu überstehen. Es ist wichtig, dass der Gesetzgeber die bestehende Steuerbelastung für das Bilden von Rücklagen senkt.

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