Ansbach (epd). Die Evangelische Landjugend (ELJ) Mittelfranken und der Kreisverband Ansbach sind am Donnerstag in Ansbach mit dem Robert-Limpert-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. Die ELJ erhält den Hauptpreis für ihr Projekt „Orte des Grauens – Zeichen der Hoffnung“, wie die Preisstifter mitteilten. Die Landjugend habe ungefähr 120 Teilnehmer ihres Projektes in Erkundungsfahrten zu markanten Orten aus der Zeit des Nationalsozialismus’ geführt. Neben der Hauptauszeichnung wurden zehn weitere Projekte mit Sonder- und Anerkennungspreisen geehrt. Der Robert-Limpert-Preis wird seit 2002 vergeben und ist insgesamt mit 3.000 Euro dotiert.

Der Preis ist nach dem Ansbacher NS-Widerstandskämpfer Robert Limpert (1925-1945) benannt. Limpert hatte am 18. April 1945 – also wenige Tage vor Kriegsende – die Telefonverbindung zwischen dem Gefechtsstand des Kampfkommandanten und den Wehrmacht-Truppen in Ansbach durchtrennt, unwissend, dass der Gefechtsstand bereits verlassen war. Dabei wurde er von Hitlerjungen beobachtet und bei Kampfkommandant Oberst Ernst Meyer denunziert. Er verurteilte den jungen Mann in einem Standgericht zum Tode, er wurde am Rathaustor erhängt. Wenige Stunden später nahmen US-Truppen Ansbach ein. Der Preis wird gestiftet von der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranke, Gruppe Stadt und Land Ansbach, dem Verein „Wir gegen Jugendkriminalität“, einem Netzwerk für Prävention in der Region, sowie dem Integrationsbeirat der Stadt Ansbach. Um die Auszeichnung dürfen sich Personen bis zum 25. Lebensjahr bewerben sowie vorgeschlagen werden, die sich in der Schule oder in der Jugendarbeit besonders für Zivilcourage, Erinnerungskultur und Solidarität einsetzen.
(c) epd, 23.04.2015

Mehr Informationen zum Robert-Limpert-Preis.

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