Hülsenfrüchte liegen im Trend. Daraus können sich neue Vermarktungschancen für die bayerischen Landwirte ergeben. Im ASA-Frauenseminar der ELJ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit diesem aktuellen Thema. Die Seminarbetreuer Gabriele Siegel und Peter Schlee hatten dazu zwei kompetente Referenten eingeladen.

Wie der Referent Tobias Meyer von der Abteilung Pflanzenbau der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf ausführte, hat sich die Zahl der Neuerscheinungen veganer Kochbücher in den letzten Jahren sprunghaft erhöht. Der gesellschaftliche Trend „weg vom Fleisch“ führt dazu, dass auch die Nachfrage nach Hülsenfrüchten steigt. Diese sind begehrt wegen ihres hohen Gehaltes an Eiweiß. Aus ackerbaulicher Sicht bestehen Vorteile für die Bodenstruktur sowie für die Bereitstellung von Stickstoff, der aus der Luft fixiert wird.

Laut Meyer gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen. Der Referent hob das für die Ernährung günstige Aminosäuremuster von Sojabohne und Lupine hervor. Soja wird in Bayern auf über7000 Hektar abgebaut. Nicht zuletzt wegen der tief am Stängel befindlichen Schoten ist die Soja-Ernte anspruchsvoll. Im Bioanbau, so eine Teilnehmerin, wird durch das Anhäufeln des Bodens die Ernte erleichtert. Eine Marktnische, überwiegend im Biobereich, bildet die Lupine. Die Lupine verfügt über einen Rohproteingehalt von 33 % und findet Anwendung in Eis, Wurstersatzprodukten oder als Brotaufstrich. Um die Anfälligkeit der weißen Lupine – welche den höchsten Ertrag innerhalb der Lupinenfamilie besitzt – für einen Pilz, der Anthracnose, zu senken, werden diese derzeit in Triesdorf züchterisch bearbeitet. Die ersten anthracnosetoleranten Sorten kommen in den nächsten zwei Jahren auf den Markt. Gerade im Ökobereich sind die Marktpreise für Hülsenfrüchte hoch und relativ stabil.

Die Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft Anne Rupp aus Treuchtlingen betonte die ernährungsphysiologischen Vorteile der Hülsenfrüchte. Die Kircherbse wird traditionell in der orientalischen Küche verwendet und verfügt über eine günstige Zusammensetzung der Aminosäuren, einen hohen Gehalt an Ballaststoffen sowie viel Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen, Vitamine B1, B2, Niacin, Folsäure, C und K. Auch Linsen, früher als „Arme-Leute Essen“ tituliert, enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem sind sie bekannt für ihre sättigende Wirkung.

Da Hülsenfrüchte natürlicherweise auch Inhaltsstoffe haben, die der Gesundheit nicht zuträglich sind, sollten bei der Zubereitung einige Regeln beachtet werden: Durch Waschen und Einweichen gehen unerwünschte Stoffe ins Einweichwasser über. Dieses sollte nicht als Kochwasser verwendet werden. Durch Pürieren, Würzen und die abschließende Zugabe von Essig steht einer leckeren Mahlzeit nichts mehr im Weg. Wer trotz aller Maßnahmen Verdauungsprobleme beim Verzehr hat, der kann mit wenig beginnen und die Aufnahme schrittweise steigern. Dann hat die Darmflora die Gelegenheit, sich auf das Lebensmittel einzustellen. Ansporn zum Probieren erhielten die Teilnehmerinnen des ASA-Frauenseminars durch Brotaufstriche aus Erbsen, Linsen und Kichererbsen und Erbsensuppe. Fazit: Das schmeckt ja richtig gut!

 

 

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