Zwei Stunden nahm sich Markus Rinderspacher Zeit, um mit Mitgliedern des ELJ-Landesvorstands über ländliche Räume, Jugendarbeit und SPD-Politik zu sprechen. Auch die Bedeutung der Kirche auf dem Land stand auf der Tagesordnung. Schließlich ist der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag jetzt auch Mitglied der Landessynode der evang.-luth. Kirche in Bayern.

Zu einem Gedankentausch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden, Markus Rinderspacher war der Landesvorstand der Evangelischen Landjugend (ELJ) in den Bayerischen Landtag eingeladen. Der SPD-Chef erwies sich dabei als interessierter Gesprächspartner. In einer offenen und ehrlichen Atmosphäre wurden Fragen der ländlichen Räume diskutiert und kirchliche sowie strukturpolitische Grundsatzfragen erörtert. Dabei zeigten sich viele inhaltliche Überschneidungen.

Nach einer Vorstellung des Jugendverbands „Evangelische Landjugend“ wurden besonders Fragen nach der Zukunft der ländlichen Räume erörtert. Einen Gesprächsschwerpunkt bildete hierbei die Schulpolitik. Rinderspacher benannte insbesondere die SPD-Position zur Ganztagesschule und dem Erhalt von Schulstandorten in ländlichen Räumen. Dabei hatte er auch die Situation der Schulbusse im Blick, die von der ELJ vor kurzem problematisiert und die Forderung nach deutlichen Verbesserungen erhoben wurde. Landesvorsitzender Andreas Renger betonte in diesem Zusammenhang, dass es nicht angehen könne, Schüler in überfüllten Schulbussen mehr als 60-minütige Fahrzeiten zuzumuten; von einem Sicherheitsrisiko ganz zu schweigen.

Auch die Notwendigkeit, in Bayern für vergleichbare Lebensverhältnisse in der Stadt und in den ländlichen Räumen zu sorgen, war allen Gesprächsteilnehmern ein wichtiges Anliegen. Diesbezüglich sieht Rinderspacher insbesondere die Politik in der Pflicht, den jeweiligen Akteuren in Stadt und Land ein gegenseitiges Bewusstsein über die verschiedenen Herausforderungen zu schaffen. So müsse die Politik in der Lage sein, beispielsweise das Erfordernis einer Milliardeninvestition einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München der ländlichen Bevölkerung verständlich zu erläutern. Es dürfe bei den beteiligten Akteuren nicht zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit führen.

Besonderes Interesse zeigte Rinderspacher in seiner Eigenschaft als neu berufenes Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern an der Zukunft von Kirche in ländlichen Räumen. Der stellvertretende Landesvorsitzende Patrick Wolf unterstrich, dass die Bedeutung der evangelischen Kirche als Akteur der regionalen Entwicklung nicht unterschätzt werden dürfe. Ergänzend dazu hob Landjugendpfarrer Gerhard Schleier hervor, dass in den Evangelischen Bildungszentren Bad Alexandersbad, Hesselberg und Pappenheim vielfältige Angebote in diesem Bereich bestünden.

Der Politiker zollte der ELJ ein großes Lob für ihr politisches Engagement durch thematische Äußerungen und den konkreten Einsatz von ELJ-Mitgliedern, besonders in der Kommunalpolitik. Das aktuelle Positionspapier des neu gegründeten Arbeitskreises Energiedemokratie der ELJ hob er dabei besonders hervor. Landesvorstandsmitglied Stefan Kittsteiner kritisierte, dass der von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgelegt EEG-Entwurf ist aus Sicht des Arbeitskreises Energidemokratie in weiten Teilen ungenügend sei. Insbesondere fehle es dem Entwurf an Bürgerbeteilung und Dezentralisierung. Statt dessen würden Stromkonzerne bevorzugt. Dem ländlichen Raum sei damit nicht gedient.

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