Dokumentation in der Landwirtschaft ist für viele Praktiker eine lästige Aufgabe, um Verpflichtungen wie Cross Compliance einzuhalten. Doch detaillierte Aufzeichnungen der Arbeiten auf dem Acker können auch weiteren Nutzen für den Landwirt bedeuten, wie der EDV-Experte Günter Hanselmann von der Firma FarmFacts darlegte. Auf Einladung des Agrarsozialen Arbeitskreises Feuchtwangen (ASA) der Evangelischen Landjugend stellte er die Vorteile einer ausgereiften Agrarsoftware vor.
Hanselmann, selbst Schweinemäster im baden-württembergischen Schrozberg, hat Telemetrieboxen in seinen landwirtschaftlichen Maschinen verbaut. Dadurch kann auch rückwirkend festgestellt werden, wann beispielsweise eine Erntemaschine auf welchem Schlag unterwegs war. Dies bringt Nutzen bei Abrechnungen von Lohnunternehmern. Die richtige Software und sowie Navigation im Schlepper erleichern das Arbeitsmanagement und helfen dem Personal, Flächen zu finden.
Einen großen Vorteil von Programmen wie Agrar-Office sieht Hanselmann darin, dass es möglich wird, die Kostenstruktur der Ackerbewirtschaftung im Detail zu erfassen. So ist eine Entscheidungsgrundlage vorhanden, die helfen kann, betriebliche Kosten zu senken. Zum Beispiel kann festgestellt werden, welcher Pflanzenschutz bei welcher Witterung stattgefunden hat.
Wer neu in die Materie einsteigt, soll nach Ansicht des Referenten einige Regeln beachten. So ist es sinnvoll, Schritt für Schritt einzusteigen. Fachliche Beratung ist dabei ebenso wichtig wie die Entscheidung für Geräte, welche ISO-Normen erfüllen. Was die Sicherung von Daten betrifft, so plädiert Hanselmann für Hybridlösungen: Nicht alles soll in die externe Cloud wandern. Sensible Daten über Pachtverträge sind auf dem hofeigenen Computer besser aufgehoben.
Die jungen Landwirte des ASA um den ersten Vorsitzenden Jörg Uysmüller zeigten sich aufgeschlossen für die vorgestellten technischen Möglichkeiten. Befürchtet wurde jedoch, dass alles, was einmal machbar ist, auch irgendwann von Behörden gefordert wird. Diese grundsätzliche Wahrnehmung könne auch für die Datenverarbeitung im Betrieb zutreffen.

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