„Wasser ist Leben“ war das Motto des Frauenseminars des Agrarsozialen Arbeitskreises der Evangelischen Landjugend. Ein Wochenende lang beschäftigten sich die Teilnehmerinnen im EBZ Pappenheim mit verschiedenen Aspekten des Wassers, zum Beispiel hinsichtlich Gesundheit, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss“. Dieses oberste Gebot der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) setzte der Wasserberater am Fachzentrum Agrarökologie Uffenheim Tobias Bauernfeind an den Anfang seines Vortrags. Um die teilweise zu hohe Nitratbelastung unserer Gewässer zu senken, ist auch die Landwirtschaft gefragt. Der Referent appellierte an alle Landwirte, stets die gute fachliche Praxis im Blick zu behalten und freiwillige staatliche Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Mit den Lebensmittel Wasser beschäftigte sich die Fachlehrerin für Hauswirtschaft Anna Maria Rupp. Anschaulich erklärte sie die Unterschiede von Quell-, Tafel- Mineral- und Heilwasser. Sie zeigte die unterschiedlichen Wassergehalte der Lebensmittel auf. So enthalten 100 g Milch 87 g Wasser, beim Fisch sind es mit ca. 80 g nicht viel weniger. Rupp  stellte fest, dass nur zwei Prozent des in Haushalten verbrauchten Wassers zum Kochen oder als Getränk verwendet werden, dagegen über 80 % für Bad, Dusche, Toilette und zum Wäsche waschen. In diesem Zusammenhang gab die Hauswirtschaftsmeisterin Birgit Vetter mit ihrem Vortrag praktische Tricks und Tipps rund um das Putzen und der Einsparung von Wasser.

Dr. Thomas Vordermeier vom Bezirk Mittelfranken beschrieb den Lebensraum Wasser und die Gefährdungen unserer Fischbestände durch Kormoran und Biber, aber auch durch Wasserkraftwerke. Letztere machen Fließgewässer nicht durchgängig und behindern beispielsweise die Wanderung der Aale in die 7000 Kilometer entfernte Sargassosee. Vordermeier warb für regional erzeugten Fisch wie den Karpfen. Mit einer Jahreserzeugung von 6000 Tonnen nimmt er in Deutschland ein Nischendasein ein, während in Tschechien und Polen weit höhere Mengen erzeugt werden.

Einen faszinierenden Einblick in die religiöse Bedeutung des Wassers gab Pfarrer Benedikt Herzog. So ist Wasser unter anderem ein Symbol für Schöpfung und Reinheit, aber auch für Zerstörung. Wasser ist nicht nur im Christentum von Bedeutung, sondern in vielen Religionen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden ging Herzog der Schöpfungsgeschichte, dem Psalm 23 und weiteren Texten des alten und neuen Testaments auf den Grund. Herzog forderte einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Er machte deutlich, dass viele Lebensmitteln bei der Erzeugung einen hohen Wasserbedarf haben. Daher ist es problematisch, wenn diese Lebensmittel in Wassermangelgebieten erzeugt werden und dann in Industrieländer gehen.