Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang feierte der ELJ-Kreisverband Ansbach sein 60jähriges Jubiläum. In einer gemeinsamen Predigt zogen Landjugendpfarrer Gerhard Schleier und der Ansbacher Dekan Hans Stiegler spannende Parallelen zwischen der aktuellen Landjugend-Lebenswelt und der biblischen Situation zur Zeit des Apostels Paulus. „Wie Paulus steht auch die ELJ für christliche Werte und bringt sie in die Gesellschaft ein.“

Streifzug durch sechs Jahrzehnte ELJ-Arbeit

Eine Skibrille, Tanzschuhe, Einladungen zu Veranstaltungen, Altkleidersäcke und eine Reihe weiterer Gegenstände aus 60 Jahren Kreisverbandsgeschichte präsentierten die Kreisvorsitzenden Daniela Kroner und Sebastian Lieret zu Beginn des festlichen Empfangs. Wegen der vielen Gäste wurde der anschließende Empfang kurzerhand vom Gemeindesaal in das Kirchenschiff der modernen Friedenskirche verlegt. Manch Besucher erkannte das eine oder andere Ding aus seiner aktiven Zeit wieder und Grußwortredner Artur Auernhammer schwärmte: „Das war ein Streifzug durch meine eigene Landjugendzeit“.

Lernfeld für Demokratie

Mit Blick auf seine politische Arbeit im Deutschen Bundestag bezeichnete Auernhammer die Arbeit der Landjugend als „Schule der Demokratie“. „Geschäftsordnungsanträge habe ich bei der Landjugend gelernt“, erklärte er mit Blick auf manche Abgeordnete, denen derlei Handwerkszeug selbst bei Einzug ins Parlament noch fehle. „Drei Bürgermeister sind in meiner Region aus der ELJ hervorgegangen“, bestätigte Friedrich Arnold, der zuletzt als BBV-Kreisobmann die ELJ seit ihrer Gründung begleitete. Er erinnerte daran, dass es im Altlandkreis einst 16 ELJ-Gruppen gegeben habe.

Weitere Vertreter von Politik und Kirche lobten das Engagement der Menschen, die über viele Jahre hinweg den Kreisverband gebildet hatten. Die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel betonte, dass die vielfältige Jugendarbeit weit über das normale Maß hinausgehe und damit weite gesellschaftliche Schichten mit demokratischer Bildung erreichten.

„In Nürnberg gibt es ein Erfahrungsfeld der Sinne. Gibt es auch ein Erfahrungsfeld der Demokratie?“ fragte ELJ-Jugendbildungsreferentin Regina Wenning. Die Antwort gaben Mitglieder der amtierenden Kreisvorstandschaft mit Worten des einstigen Landjugendpfarrers Paul Geißendörfer: „Die ELJ hat ihre Verbandsarbeit in Form einer Vereinsstruktur organisiert. Gruppe, Kreis-, Bezirks- und Landesverband. Die Jugendlichen wurden somit schon in ihrer Gruppe von unten her mit Aufgaben vertraut gemacht, die sie ermutigten, anschließend in den weiteren Ebenen verantwortlich mitzuarbeiten und sich in „demokratische Formen“ einzuüben.“

Ein Auftritt des Ansbacher Poetry Slammers Michel Jakob beendete die kurzweilige Feier.