„Der letzte Berg vor Berlin“, kündigt Reiseleiter Robert Zwingel mit einem Blick auf seine Fahrradkarte die nächste Etappe an. Aber nach über 500 gestrampelten Kilometern von Nürnberg nach Berlin, sind die letzten Höhenmeter für die Radfahrer der Evangelischen Landjugend eher ein willkommener Schlussspurt im städtischen Stop-and-go-Verkehr.

Das Lutherjahr erfahren

Sechs Etappen hatten sich die Freizeit-Radler aus Franken zugestanden, um den Weg zum 36.Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin zu schaffen. Bamberg, Coburg, Erfurt, Mansfeld, Eisleben, Dessau. Die Lutherstätte waren auf der Strecke wie auf einer Kette aufgereiht. Überall auf dem Weg spürte man die Besonderheit des Lutherjahrs.

Kirchentag auf dem Weg

Jeden Tag zwischen 70 und 120 Kilometer auf dem Sattel. Auch durch Schlammpfützen und Sandpisten, immer auf der Suche nach der fahrradfreundlichsten Route zur Hauptstadt. Unterkunft, Küche und Duschen fanden Radler bei gastfreundlichen Gemeinden entlang der Strecke. Mancher Pfarrer kam sogar persönlich vorbei und gab den Radlern einen Reisesegen mit auf den Weg. „Die Gespräche in den Gemeinden sind für mich das Besondere an dieser Radtour“, resümiert ELJ-Mitglied Günther Meermann nach der Ankunft in Berlin.

Miteinander alles schaffen

Doch das Wichtigste bei so einer Tour ist natürlich die Gruppe. Die Radfahrer sind ein bunt gemischter Haufen aus weit verteilten ELJ-Kreisen. Manche sind das erste Mal dabei, andere radeln schon seit vielen Jahren mit der Landjugend zum Kirchentag – egal, wann und wo dieser stattfindet. Mit jedem Kilometer wächst die Gruppe zusammen: Windschatten geben, anfeuern, weiterhelfen. Am dritten Abend ist bereits jeder Handgriff Routine: Das Gepäck ist ausgeladen, Dusche ist besetzt, Essen gekocht, Tisch gedeckt. Jetzt können alle zusammen den Abend bei einem Feierabendgetränk ausklingen lassen und sich über den bevorstehenden Kirchentag austauschen – oder, mit den Musikern der Gruppe, den Kirchentags-Hit suchen.

In zwei Jahren findet der Kirchentag in Dortmund statt. Ob es dann wieder eine Radtour gibt? Sicher, wenn sich ein paar „Verrückte“ finden, die sich auf den Weg ins Unbekannte machen.

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